Bauherrenhaftpflichtversicherung

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Als Bauherr tragen Sie eine große Verantwortung und müssen sich um viele Dinge kümmern. Denken Sie beispielsweise an die Sicherung der Baustelle gegen unbefugtes Betreten oder an die angemessene Beleuchtung und das Räumen und Streuen im Winter. Was geschieht, wenn ein Kind auf der Baustelle spielt und in eine ungesicherte Baugrube fällt? Schnell kann es durch Unachtsamkeit zu einem Schaden mit hohen finanziellen Folgekosten kommen. Sie als Bauherr haften nach dem Gesetz für einen Schaden in voller Höhe und mit Ihrem gesamten Privatvermögen. Eine gute Bauherrenhaftpflichtversicherung ist daher auch in diesen Fällen ein absolutes Muss. Lesen Sie, ob eine Bauherrenversicherung für Sie sinnvoll ist und was es hier zu beachten gilt. 


Was ist in der Bauherrenhaftpflicht versichert?

Versichert ist Ihre gesetzliche Haftpflicht als Bauherr des Objekts, das im Versicherungsschein genannt ist. Ihr Schutz umfasst z.B. Schäden wegen der Verletzung von Verkehrssicherungspflichten oder Schäden durch Abbruch – und Grabearbeiten. Näheres finden Sie im nächsten Abschnitt des Beitrags. Für den Fall, dass Sie Bauarbeiten in Eigenregie ausführen, oder hierzu Nachbarschaftshilfe in Anspruch nehmen, können Sie in aller Regel den Versicherungsschutz gegen einen Beitragszuschlag erweitern. Der Umfang bzw. der Wert der Eigenleistung und Nachbarschaftshilfe ist bei der Antragstellung allerdings anzugeben.

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt Sie, wie erwähnt, beispielsweise bei Verletzung von sog. „Verkehrssicherungspflichten“. Solche Pflichten sind z.B. die Sicherung der Baustelle gegen unbefugtes Betreten, das Räumen und Streuen bei winterlichen Verhältnissen oder ausreichende Beleuchtung, so dass niemand in unersichtliche Baugruben fallen kann.

Eine weitere Pflichtverletzungen, bei der die Bauherrenhaftpflicht greifen würde, wäre die Missachtung der Überwachungspflicht, also die Überwachung der Baustelle hinsichtlich Sicherheit und Gefahrenpotentialen. Auch wenn sich die gewissenhaft ausgewählten Handwerker im Nachhinein als Fehlentscheidung herausstellen, bleiben Sie mit einer Bauherrenversicherung nicht auf den Schäden sitzen.

Sofern Sie mit der Planung und Ausführung Ihres Bauvorhabens eine Firma oder einen Architekten beauftragt haben, liegt die Verantwortung auch nur bedingt bei diesen, denn auch dies entbindet Sie nicht vollständig von der Haftung des Bauherren. Denn wie Sie im letzten Abschnitt des Beitrags lesen können, sind Sie nach wie vor verpflichtet die Sicherheit auf der Baustelle stichprobenartig zu kontrollieren.

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Welche Schäden versichert die Bauherrenversicherung?

Versichert sind Schadenersatzansprüche, die ein Dritter gegen Sie auf Grund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhalts geltend macht und aus einer Pflichtverletzung (siehe vorangegangenen Abschnitt) Ihrerseits entstanden sind. Hierzu zählt, wenn eine Person verletzt oder getötet wurde (Personenschaden), eine Sache beschädigt oder zerstört wurde (Sachschaden) oder ein reiner Vermögensschaden verursacht worden ist.

Andere Beispiele sind Schäden durch Abbruch- und Grabearbeiten, Schäden durch Erdsenkungen oder Erdrutsche, die durch Ihr Bauvorhaben an Nachbargrundstücken entstehen, Schäden an Erdleitungen (Elektro-, Wasser-, Gasleitungen) sowie an elektrischen Frei- und Oberleitungen, Schäden an Gewässern (oberirdisch oder Grundwasser) durch austretende Schadstoffe oder Schäden wegen Erschütterungen. Die genaue Ausformulierung der mitversicherten Schäden finden Sie in den jeweiligen Versicherungsbedingungen, die ja nach Anbieter durchaus variieren können. Aufmerksames Lesen ist daher unerlässlich, um im Schadensfall böse Überraschungen zu vermeiden.

Nicht versichert sind etwa Ansprüche, die von Angehörigen gegen Sie erhoben werden oder Ansprüche von mitversicherten Personen. Weitere Ausschlüsse finden Sie in den Versicherungsbedingungen. Im Zweifelsfall sollten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem Versicherer nehmen. Generell ausgeschlossen vom Versicherungsschutz sind auch hier vorsätzlich herbeigeführte Schäden.


Bauherrenhaftpflicht Vergleich

Manche Tarife zur privaten Haftpflichtversicherung können kleinere Bauvorhaben bis zu einem gewissen Wert oder bis zur vollen Versicherungssumme absichern. In einem solchen Fall ist keine zusätzliche Versicherung mehr nötig. In unten stehenden Tarifrechner, können Sie solche Tarife miteinander vergleichen. Wählen Sie einfach unter dem Punkt "Bauherrenhaftpflicht am Haus oder Grundstück" Ihre gewünschte Versicherungssumme aus. So finden Sie sicher die passende Police!

Bei den meisten Policen, gilt dies aber nur für Umbauten oder Renovierungsarbeiten am eignen Haus und eben nicht für Neubauten. Informieren Sie sich daher bitte unbedingt im Vorfeld bei Ihrem Versicherer bzw. lesen Sie die Versicherungsbestimmungen sorgfältig durch. Sollten Neubauten ausgeschlossen sein, sollten Sie Ihre Haftpflichtversicherung wechseln bzw. eine zusätzliche Bauherrenversicherung abschließen. Ein Vergleichsrechner für die Bauherrenhaftpflicht selbst, folgt in Kürze. 


Bauherrenhaftpflichtversicherung - Was ist zu beachten?

Achten Sie unbedingt auf eine ausreichend hohe Deckungssumme, um im Falle eines schweren Unfalls nicht trotz Versicherung mit Ihrem Privatvermögen haften zu müssen. Gängig sind heute oft Versicherungssummen von 15 Mio. €. Weniger als 5 Millionen Euro würde ich persönlich nicht wählen.

Bei kleineren Umbauarbeiten an Ihrem von Ihnen zu Wohnzwecken genutzten Einfamilienhaus bietet Ihnen in aller Regel bereits Ihre Privat-Haftpflichtversicherung ausreichenden Versicherungsschutz. In diesem Fall benötigen Sie keine gesonderte Bauherrenhaftpflichtversicherung. Im Zweifelsfall sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Privat-Haftpflichtversicherer nehmen oder die jeweiligen Versicherungsbestimmungen durchsehen.

Der Beitrag in der Bauherrenversicherung richtet sich in erster Linie nach der Bausumme. Diese setzt sich zusammen aus den Kosten für Unternehmerleistungen, Baustoffe und Bauteile sowie dem Wert der Eigenleistungen einschließlich der Nachbarschaftshilfe. In aller Regel zahlen sie einen Einmalbeitrag, der für die gesamte Bauzeit gilt. Die Versicherung endet in aller Regel automatisch mit der Fertigstellung Ihres Hauses. Haben Sie für den Bau eines Fertighauses entschieden, ist die Bauzeit natürlich deutlich geringer als 24 Monate. Daher gibt es auch Policen mit sehr geringer Laufzeit, was sich natürlich auch positiv auf den Preis auswirkt. Benötigen Sie für den Bau doch mehr Zeit als zunächst angedacht, kann der Vertrag natürlich nach Absprache in den meisten Fällen auch gegen einen Zusatzbeitrag verlängert werden.


Pflichten des Versicherungsnehmers

Auch bei der Bauherrenhaftpflichtversicherung haben Sie bestimmte Obliegenheiten zu beachten, um Ihren Versicherungsschutz nicht zu gefährden. So haben Sie zum Beispiel bestimmte gefahrdrohende Umstände zu vermeiden bzw. zu beseitigen. Außerdem müssen Sie auch hier die Fragen im Versicherungsantrag stets wahrheitsgemäß und vollständig beantworten.

Sollte sich nach Vertragsschluss die Bausumme erhöhen, weil z.B. die Bauarbeiten doch einen größeren Umfang annehmen, als ursprünglich gedacht, so müssen Sie das unverzüglich melden. Bei Eintritt eines Schadens müssen Sie diesen unverzüglich Ihrem Versicherer melden und dessen Anweisungen strikt Folge leisten. Ist ein Schaden eingetreten, müssen Sie auch alles Zumutbare tun, um dessen Auswirkungen zu mindern. Daneben sollten Sie jedoch die Regulierung des Schadens Ihrem Versicherer überlassen und keinesfalls ohne Rücksprache Ansprüche anerkennen.

Darüberhinaus müssen Sie auch auf der Baustelle selbst einige Grundsätze beachten. Die in meinen Augen wichtigsten, möchte ich Ihnen nachfolgend kurz aufführen. Weitere Punkte finden Sie in den jeweiligen Bestimmungen Ihrer Bauherrenversicherung. So dürfen Sie beispielsweise nur ausgebildete Handwerker auf Ihrer Baustelle ans Werk lassen. Lassen Sie sich von Freunden oder Verwandten helfen, müssen Sie diese in aller Regel zunächst bei der Berufsgenossenschaft anmelden. Sprechen Sie dies auch unbedingt mit Ihrem Versicherer ab. 

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung

Weiterhin sind Sie verpflichtet sich regelmäßig ein Bild von der Sicherheitslage auf Ihrer Baustelle zu machen und auch stichprobenweise die Arbeit der Handwerker zu überwachen, soweit Ihnen dies möglich ist. Natürlich müssen Sie nicht permanent anwesend sein. Fällt Ihnen ein Sicherheitsmangel auf, so sind Sie angehalten diesen notfalls selbst zu beseitigen.

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