Was tun bei Wildunfall?

Gerade in ländlichen Gebieten kennt man es nur zu gut, dass man in der Morgen- oder Abenddämmerung Wildtiere am Straßenrand oder sogar über die Fahrbahn huschen sieht. Doch nicht immer hat man so viel Glück und es kommt zum Wildschaden. Was tun bei Wildunfall - Wer zahlt bei Unfall mit Reh und Wildschwein? Was muss man beachten, wenn man den Wildunfall der Versicherung melden möchte? Lesen Sie auch wie man sich eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen kann. Wie sieht richtiges Verhalten bei Wildunfall aus und zahlt Teilkasko Wildschaden?


Was tun bei Wildunfall?

So nun ist es passiert und Sie sind mit einem Reh in der Abenddämmerung kollidiert. Nun stellt sich natürlich die große Frage: Was tun bei Wildunfall? Diese Frage möchte ich Ihnen nachfolgend kurz und knapp beantworten. Zunächst gilt es die Unfallstelle schnellstmöglich abzusichern, um Folgeunfälle zu vermeiden.

Richtiges Verhalten bei Wildunfall

Schalten Sie Ihre Warnblinkanlage ein, stellen idealerweise ein Warndreieck auf und ziehen Ihre Warnweste an. Nun müssen Sie, falls vorhanden, den Kadaver vorsichtig von der Fahrbahn an den Seitenstreifen schaffen. Zur Sicherheit sollten Sie dies nicht mit den bloßen Händen tun, um mögliche Infektionen auszuschließen.

Anschließend melden Sie den Unfall unverzüglich der Polizei. Diese kann den Schaden aufnehmen und gegebenfalls einen Förster bzw. Jäger mit hinzuziehen. Dieser kann Ihnen eine Wildunfallbescheinigung ausstellen und das Tier im Fall der Fälle von seinem Leid erlösen.

Richtiges Verhalten bei Wildunfall - Zahlt Teilkasko ​Wildschaden?

Wildunfall Versicherung melden

Bevor Sie einen Wildunfall der Versicherung melden, sollten Sie diesen sofort nach der Kollision der Polizei melden. In etlichen Bundesländern herrscht tatsächlich Meldepflicht, um zu verhindern, dass verletzte Tiere einfach liegen gelassen werden und Ihren Qualen erliegen. Es drohen Bußgelder nach dem Tierschutzgesetz. 

Doch dies hat noch einen ganz anderen Grund, wie nachfolgend weiter ausgeführt, benötigen Sie die Polizei bzw. einen Förster, um Ihnen eine Wildunfallbescheinigung auszustellen. Ohne diese kann Ihnen eine Schadensregulierung versagt werden und Sie bleiben auf den Kosten sitzen. Nachdem Ihnen die Bescheinigung ausgestellt worden ist, können Sie den Wildunfall Ihrer Versicherung melden, so dass die Teilkasko Wildschaden zahlt.

Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen

Wenn Sie einen Wildunfall Ihrer Versicherung melden möchten, müssen Sie, wie bereits erwähnt unbedingt beachten, dass Sie sich eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen. 

Diese dient als Nachweis darüber, dass es sich wirklich um einen Unfall mit einem Wildtier handelt. Ohne Bestätigung eines Försters oder des Jagdpächters, kann die Teilkasko die Begleichung der Unfallschäden am eigenen Fahrzeug verweigern.

Erst wenn dies zweifelsfrei belegt ist, beispielsweise durch den Kadaver oder Fell- bzw. Schweißspuren am Fahrzeug wird der Unfall als solcher anerkannt. Sie sollten in jedem Fall auch selbst noch aussagekräftige Fotos des Fahrzeugs und der Umgebung machen.

Wildunfall melden - Unfall mit Reh und Wildschwein

Kann man Wildunfall nachträglich melden?

Nun ist es passiert und Sie haben einen Wildunfall mit einem Reh oder einen Wildschwein erlitten. Oft ist der Schreck so groß, dass man nicht stoppt und die oben genannten Punkte beachtet. Vor allem wenn der Schaden nicht groß ist, kann es im Schockzustand passieren, dass man einfach nach Hause fährt. Nun ist die Panik natürlich groß, hat man damit etwa Fahrerflucht begangen? 

Hier kann ich Sie zunächst einmal beruhigen, nach § 142 des Strafgesetzbuchs (StGB), spricht man nur von Fahrerflucht wenn es Geschädigte oder Unfallbeteiligte gibt. Da Tiere gesetzlich als Sachen eingestuft werden, ist hier der Tatbestand nicht erfüllt. Es passiert einem hier also erst einmal nichts, wenn man einfach weiterfährt. Aber Achtung, ist ein Tier verletzt und Sie lassen es einfach auf der Straßen liegen und überlassen es seinem Schicksal, drohen Ihnen dennoch hohe Strafgelder wegen Tierquälerei (Tierschutzgesetz). Also kann man Wildunfall nachträglich melden, ohne zwingend strafrechtlich belangt zu werden.

Aber nicht nur deshalb ist es keine gute Entscheidung einfach weiter zu fahren, denn Sie laufen auch Gefahr auf Ihren Reperaturkosten sitzen zu bleiben, wenn Sie keine Vollkaskoversicherung abgeschlossen haben. Denn Ihre Versicherung benötigt für die Schadensregulierung eine Wildunfallbescheinigung als Beweis, dass es sich tatsächlich um einen solchen gehandelt hat. Ansonsten zahlt Teilkasko Wildschaden nicht.


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Wildunfall - Wer zahlt?

Nun zur vielleicht wichtigsten Frage: Wer zahlt bei Wildunfall? Oft kommt es hierdurch zu erheblichen Schäden am Fahrzeug, wenn nicht zum Totalschaden. Niemand möchte hier auf den Kosten sitzen bleiben, zumal man in den meisten Fällen nichts für den Unfall kann. Läuft ein Reh direkt vors Auto, ist oft auch bei angepasster Geschwindigkeit das Abbremsen des Fahrzeugs nicht mehr rechtzeitig möglich.

Zahlt Teilkasko Wildschaden?

Auf die Frage: Zahlt Wildschaden die Teilkasko Versicherung? Kann ich erst einmal ein klares "Ja" aussprechen. Doch Achtung, nicht jeder Zusammenstoß mit einem Wildtier ist auch wirklich versichert. Erleiden Sie einen Wildunfall mit einem Reh oder einem Wildschwein, ersetzt die Teilkaskoversicherung den Schaden, da es sich hier um Haarwild handelt. Auch Unfälle mit Hasen oder Hirschen sind versichert. 

Ein Unfall mit anderen Tieren, ist aber nicht automatisch abgedeckt! Erwischen Sie mit Ihrem Kfz beispielsweise eine Kuh, ein Schaf oder einen Hund, sind die Schäden am Fahrzeug nicht automatisch versichert, dies gilt es bei Ihrem Versicherer nachzufragen. Sind diese nicht mit enthalten, können Sie gerne unten stehenden Vergleichsrechner nutzen, um einen Tarif zu finden, der auch Schäden durch Wirbeltiere mit einschließt. Haben Sie eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen, brauchen Sie sich aber in aller Regel keine Sorgen machen, denn diese deckt ohnehin alle Schäden am Fahrzeug ab. Wenn Sie sich für den Unterschied zwischen Haftpflicht, Teilkasko- und Vollkasko interessieren, kann ich Ihnen meinen Beitrag zum Thema Autoversicherungen empfehlen.

Was es beim Ausweichen zu beachten gilt!

Zur Schadensregulierung bei der Teilkaskoversicherung möchte ich aber noch ein paar weitere Worte verlieren. Denn weicht man einem Zusammenstoß mit einem Tier aus und durch das Ausweichmanöver selbst entsteht ein Schaden, beispielsweise  wenn man einen Baum rammt, zahlt die Versicherung nicht automatisch. Der Schaden wird nur dann reguliert, wenn es sich dabei um eine Rettungsmaßnahme handelte, um größeren Schaden vom Auto abzuwenden. 

Was tun bei Wildunfall - Wer zahlt bei Unfall mit Reh und Wildschwein?

Wichtig ist dabei aber zu beachten, dass der Schaden durch das Ausweichmanöver kleiner sein muss als er gewesen wäre, wenn Sie das Tier gerammt hätten (Bundesgerichtshof AZ IV ZR 276/02). Beispiel: Wenn Sie einem Hasen ausweichen, dabei aber einen wirtschaftlichen Totalschaden am Auto verursachen, können Sie voraussichtlich nicht mit dem Ersatz der Schadenssumme rechnen.

Wie Sie sehen, ist ein Ausweichmanöver in den wenigsten Fällen eine gute Alternative. Oft kann eine kontrollierte Kollision die beste Lösung sein.

Wird Wildschaden von Haftpflicht bezahlt?

Eine Haftpflichtversicherung allein kann Ihnen bei einem Wildunfall leider nur bedingt helfen. Schäden am eigenen Auto sind hier grundsätzlich nicht mit abgedeckt. Lediglich Schäden, die Dritten sowie deren Eigentum zugefügt werden, werden durch Ihre Haftpflichtversicherung ersetzt. Hier sind beispielsweise Schäden an Leitplanken zu nennen.


Passende KFZ-Versicherung finden

Untenstehend habe ich Ihnen einen Tarifrechner von unserer Partnerseite Tarifcheck24.de* zur Verfügung gestellt, mit dem Sie schnell und einfach passende Kfz-Versicherungstarife miteinander vergleichen können. Aus dem umfangreichen Pool an möglichen Angeboten, finden Sie sicherlich einen günstigen Tarif, der zu Ihnen passt und auch Wildunfälle mit Wirbeltieren und nicht nur Haartieren absichert. Ein regelmäßiger Vergleich lohnt sich hier in meinen Augen in den meisten Fällen, da man so bares Geld sparen kann und oft auch die Konditionen verbessert. In meinem Beitrag zum Thema Versicherungswechsel, erfahren Sie alles was Sie beim Wechsel beachten müssen.

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Zahlt Autoversicherung bei einem Marderbiss?

Wenn Ihr Auto über Nacht häufig im Freien steht, ist es schnell passiert und Sie haben einen Marderschaden. Die Kosten können im schlimmsten Fall in die Tausende gehen, denn es kann unter Umständen sogar zu schwerwiegenden Motorschäden kommen. Doch müssen Sie nun fürchten auf den Kosten sitzen zu bleiben? Erfahren Sie ob die Teilkasko einen Marderbiss abdeckt oder ob Sie einen spezielle Marderschaden Versicherung benötigen. Welche Schäden können durch einen Biss überhaupt auftreten und was hilft gegen Marder im Auto wirklich?


Welche Schäden können durch Marderbiss entstehen?

Die Schäden, die durch Marder verursacht werden können sind sehr vielfältig, weswegen ich die häufigsten kurz vorstellen und deren Auswirkungen beschreiben möchte. In aller Regel werden Teile des Fahrzeugs, vor allem im Motorraum aus weichem Kunststoff und Gummi Opfer der Beißattacken. Hierzu gehören unter anderem:

Marderschaden Versicherung - Zahlt Marderbiss Teilkasko?
  • Strom- und Zündkabel
  • Faltenbälge
  • Dämmmatten im Motorraum
  • Kühlwasserschläuche

Beschädigungen von Kabeln oder Schläuchen, vor allem des Zündkabels und der Kühlwasserschläuche können zu sehr kostenintensiven Folgeschäden führen, wenn der Biss nicht frühzeitig erkannt wird.

Durch den Verlust von Kühlflüssigkeit kann es zu einer Überhitzung des Motors und damit zu schwerwiegenden Motorschäden kommen. Die Folgeschäden sind somit deutlich teurer als der Bissschaden am Kabel selbst.

Beschädigte Stromkabel führen unter Umständen auch zu Beschädigungen an elektrischen und elektronischen Komponenten des Fahrzeugs. Auch kann es dazu führen, dass das Fahrzeug nicht mehr anspringt. Durch beschädigte Faltenbälge an der Lenkung oder den Antriebskomponenten kann ebenfalls teuer werden. So kann beispielsweise Schmutz eindringen und den Verschleiß massiv erhöhen.


Marderschaden Versicherung - Wer zahlt den Schaden?

Da Marderschäden zu den häufigsten gemeldeten Schäden an Fahrzeugen in Deutschland gehören, stellt sich unweigerlich die Frage, ob und welche Autoversicherung die entstandenen Reparaturkosten ersetzt. Nun zu allererst gilt, dass die reguläre Haftpflichtversicherung nicht für die Kosten aufkommt. 

Im Umfang einer Teilkaskoversicherung, sind die direkten Schäden durch einen Marderbiss abgedeckt. Welche Leistungen noch durch Teilkaskoversicherungen abgedeckt sind, erfahren Sie in dem verlinkten Beitrag.

Kommt es zu Marderschäden, können Sie diese einfach Ihrem Versicherer melden und Sie bekommen den Austausch der beschädigten Schläuche, Kabel oder Faltenbälge im Rahmen der vereinbarten Deckungssumme erstattet. Natürlich gilt dies auch automatisch für einen Vollkaskotarif, darin sind automatisch auch die Leistungen einer Teilkaskoversicherung enthalten.

Was hilft gegen Marder im Auto eigentlich wirklich - Marderschaden Vollkasko

Doch Achtung! Nicht alle Versicherer erstatten auch die Folgeschäden, zum Beispiel einen Motorschaden durch ein beschädigten Kühlwasserkreislauf. Die Leistungen unterscheiden sich hier teils dramatisch von Tarif zu Tarif. Hier lohnt sich ein genauerer Blick auf die Versicherungsbedingungen. Gerne können Sie hier auch den unten stehenden Vergleichsrechner nutzen, um den perfekten Tarif zu finden, der alle Folgeschäden abdeckt. Eine explizite Marderschaden Versicherung benötigen Sie demnach nicht.

Zu beachten gilt hier natürlich auch, dass Sie in jedem Fall die vereinbarte Selbstbeteiligung zahlen müssen. Wenn diese recht hoch gewählt worden ist (z.B. 500 € oder mehr), kann es passieren, dass die Reparaturkosten unter diesem Betrag liegen und Sie die Kosten trotz Versicherung selbst tragen müssen. Gehen die Kosten darüber hinaus, zahlt die Versicherung den Differenzbetrag.


Marderbiss Teilkasko - Passenden Tarif finden

Nachstehend habe ich Ihnen einen Tarifrechner von unserer Partnerseite Tarifcheck24.de* eingefügt, mit dem Sie passende Autoversicherungs-Tarife miteinander vergleichen können. Bestimmt finden Sie unter dem umfangreichen Angebot auch einen passenden Tarif für sich. Die Chance ist hoch, dass dieser günstiger ist als Ihr bisheriger. Ein Vergleich lohnt sich daher in den allermeisten Fällen. Falls Sie Unterstützung beim Versicherungswechsel benötigen, möchte ich Ihnen meinen Beitrag zum Thema empfehlen, den ich Ihnen der Einfachheit halber gleich mit verlinkt habe.


Wie kann man einen Marderbiss erkennen?

Nun möchte ich Ihnen noch ein paar Tipps mit auf dem Weg geben, um einen möglichen Marderbiss überhaupt zu erkennen. Dies ist leider nicht ohne weiteres möglich, erkennt man diesen jedoch nicht und fährt unbesorgt weiter, kann es wie oben beschrieben zu weitreichenden und sehr teuren Folgeschäden kommen. Sehen Sie daher regelmäßig in Ihrem Motorraum nach folgenden Anzeichen nach, vor allem wenn Sie über keinen Garagenstellplatz verfügen und Ihr Fahrzeug sehr häufig im Freien steht:

  • Geruch nach Fäkalien im Motorraum
  • Tatzenabdrücke auf Motorabdeckungen oder auf dem Autolack
  • Dreieckige Bissspuren in Kabelisolierungen

Im Zweifel sollten Sie Ihre Vertragswerkstatt hinzuziehen, um hohe Folgekosten zu vermeiden und um sich nicht selbst in Lebensgefahr (defekte Bremsen) zu begeben.


Wieso kommt es überhaupt zu Marderbissen?

Eine Frage haben wir aber noch gar nicht behandelt und warum es überhaupt zu Bissen in Kabel oder Schläuche kommt? Nun der Mythos, dass den Mardern einfach der Kunststoff schmeckt kann ich nach meiner Recherche nicht bestätigen. In erster Linie kommt es in den Sommermonaten während der Paarungszeit zu den besagten Bissen. In dieser Zeit verteidigen Männchen ihr Revier besonders aggressiv.

Leider beanspruchen diese oft auch Ihren Motorraum für sich, den diese als Wohnraum besonders wegen der Wärme und des Schutzes schätzen. Dort hinterlässt dieser seine Duftmarken, um das Revier für sich zu beanspruchen. Falls Sie nun Ihr Fahrzeug in einem fremden Revier parken, beispielsweise während Sie arbeiten, wird das dortige Mardermännchen sein Revier durch Bisse verteidigen und seinen eigenen Duft hinterlassen. Hierdurch leiden dann die besagten Teile des Motorraums.

Was hilft gegen Marder im Auto?

Nun aber was hilft gegen Marder im Auto? Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, denn vermeiden kann man dies nur recht schwer. Die altbekannten Hausmittel helfen jedoch in den allermeisten Fällen gar nicht.In meinen Augen kann man nur die Wahrscheinlichkeit dramatisch reduzieren, wenn das Fahrzeug in der abschließbaren Garage geparkt wird. Denn so halt ein Marder erst gar nicht die Möglichkeit in den Motorraum zu gelangen. Es ist aber auch möglich den Unterboden durch Borstenvorhänge zu "versiegeln", dies hindert die Tiere auch vor dem Eintritt.

Alternativ kann man Elektroden im Motorraum installieren lassen. Diese geben einen Stromschlag ab, wenn ein Marder eindringen will und vertreiben ihn dadurch. Doch lassen Sie dies nur durch eine Fachwerkstatt installieren! Weiterhin hilft es die Kabel unter der Motorhaube durch Wellrohre zu ummanteln und so zu schützen. So wird bei einem Biss kein Kabel direkt beschädigt.

Falls Sie bereits einen Biss zu verzeichnen hatten, sollten Sie nach der Reparatur unbedingt eine Motorwäsche durchführen lassen, um den Geruch zu entfernen. Andernfalls ist es nur eine Frage der Zeit bis sich die Geschichte wiederholt.

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Pay as you drive Tarif bei der KFZ-Versicherung

Seit Kurzem gibt es so genannte Pay as you drive bzw. den Telematik Tarif bei der Auto Versicherung, bei denen sich der zu zahlende Beitrag nach Ihrem Fahrverhalten richtet. Fahren Sie vorsichtig, bremsen sachte und frühzeitig und beschleunigen nicht unnötig aggressiv, winken massive Rabatte. In nachfolgendem Beitrag erfahren Sie, wie die Ermittlung Ihres Fahrverhaltens (z.B. über eine verbaute Telematik Box) funktioniert und wie die Daten ausgewertet werden. Lesen Sie welche Vor- und Nachteile es gibt und für wen diese Tarife am Besten geeignet sind.


Was versteht man unter "Pay as you drive"?

Grundsätzlich versteht man hier KFZ-Versicherungstarife, deren Beiträge sich nach Ihrem Fahrstil richten. Fahren Sie besonders umsichtig, sicher und nicht riskant, gewähren Ihnen die Versicherer teils massive Rabatte auf die Versicherungsgebühren. Dieser Aspekt macht die oft auch Telematik Tarif genannten Policen, natürlich zunächst sehr attraktiv. Doch es gilt zu bedenken, dass zur Bewertung des Fahrverhaltens natürlich auch Daten erhoben werden müssen, um dies auch zuverlässig einschätzen zu können. Der Versicherer erhofft sich so natürlich, dass die Fahrzeugführer vorsichtiger fahren und es so zu weniger Unfällen im Straßenverkehr kommt.

Die Erfassung dieser Daten kann durch verschiedene Art und Weise erfasst werden, die habe ich im nachfolgenden Abschnitt detaillierter aufgeführt. Kurz gesagt zeichnen Sensoren während der Fahrt verschiedenste Werte auf und senden diese Daten zur Auswertung zum Versicherer, der daraus Ihren persönlichen Risiko- bzw. Sicherheitslevel errechnet (Score).

In aller Regel gilt, je höher dieser ist, desto sicherer ist Ihr Fahrstil zu bewerten und umso höher fällt Ihr gewährter Rabatt aus. Folgende Daten werden hier unter anderem erfasst: 

Pay as you drive - Lohnt sich der Telematik Tarif bei der Autoversicherung?
  • check
    Beschleunigungswerte: Wie stark wird beschleunigt, gelenkt oder wie abrupt wird gebremst?
  • check
    Eine Unterscheidung zwischen Rasen und einem normalen Überholvorgang ist möglich
  • check
    Geschwindigkeit im Straßenverkehr
  • check
    Bei manchen Geräten können auch GPS-Daten aufgezeichnet werden
  • Straßentyp (Stadt, Landstraße, Autobahn) kann so unterschieden werden
  • check
    Ein Unfall wird bei vielen Geräten erkannt und es wird automatisch Hilfe zum Unfallort gerufen

Hierbei gibt es meines Wissens noch keinen Standart, das heißt die erfassten Daten variieren von Versicherer zu Versicherer, wie auch die gewährte Prämie, die Art der Erfassung, die Gewichtung der einzelnen Faktoren und ob permanent Daten erhoben werden oder nur in regelmäßigen Zeitabständen (z.B. alle 15 min). Ein detaillierter Vergleich lohnt sich hier also definitiv.

Auf welche Arten können die Fahrdaten getrackt werden?

Die Fahrdaten, die zur Bewertung des individuellen Risikolevels benötigt werden, müssen natürlich entsprechend aufgezeichnet werden. Hierzu gibt es aktuell noch kein einheitliches Vorgehen. Nachfolgend habe ich Ihnen die zur Zeit auf dem Markt verfügbaren Methoden aufgeführt. Manche Versicherer bieten Ihnen auch verschiedene Optionen zur Auswahl an.

Verbaute Telematik Box

App auf Ihrem Smartphone

Stecker


Passenden Auto Telematik Tarif finden

Um einen passenden und vor allem preiswerten Tarif zu finden, können Sie nachfolgenden Tarifrechner von Tarifcheck24.de nutzen. Dort können Sie Ihre Wunschdetails eingeben und unter hunderten Tarifen der bekanntesten Anbieter den für Sie Optimalen auswählen. Darunter finden Sie auch zahlreiche Pay as you drive Tarife. Hier sehen Sie den preislichen Unterschied sehr gut.



Für wen ist ein Telematik Tarif interessant?

Natürlich stellt man sich unweigerlich die Frage, ob ein solcher Telematik Tarif für die eigene KFZ Versicherung interessant ist oder eher nicht. Nun in meinen Augen ist dies in erster Linie für junge Fahranfänger eine gute Möglichkeit die Beiträge massiv zu reduzieren, wenn Sie nicht auf die Schadensfreiheitsklassen von beispielsweise den Eltern zugreifen können.

Die Versicherer gewähren hier, wie bereits erwähnt, teils massive Rabatte auf die Versicherungsprämien. Bis zu 40 % sind hier in manchen Fällen möglich. So wird die Autoversicherung in der Ausbildung nicht zur unüberschaubaren finanziellen Belastung.

Für erfahrene Fahrer, lohnt sich meist ein Versicherungswechsel in vielen Fällen mehr. Aber eine Anfrage bei Ihrem Versicherer schadet sicherlich in keinem Fall. In manchen Fällen sind die Telematik Tarife auch auf ein maximales Alter von 30 Jahren beschränkt. 

Telematik Versicherung - Wie funktioniert das?

Vor- und Nachteile der Telematik Versicherung

Wie bereits in den vorangegangenen Abschnitten angedeutet, gibt es bei einem Telematik Tarif nicht nur Vorteile sondern eben auch so einige Nachteile, die man sich vor dem Abschluss einer solchen Versicherung zumindest einmal durch den Kopf gehen lassen sollte und ich Ihnen nachfolgend noch kurz vorstellen möchte. Ob diese Sie vom Abschluss abhalten sollten, vermögen Sie nur selbst zu entscheiden, da es von Ihrer subjektiven Auffassung abhängt, wie Sie diese Schattenseiten bewerten oder ob Sie den nicht von der Hand abzuweisenden Vorteilen, wie dem hohen Prämienrabatt Vorrang geben. 

Folgende Aspekte würde ich zu den klaren Vorteilen dieser Tarife sehen:

  • Teils massive Rabatte auf die Versicherungsbeiträge (bis zu 40%!)
  • Durch die vorsichtigere Fahrweise kommt es im Schnitt zu weniger Unfällen
  • Ihr Fahrzeug kann nach einem Diebstahl geortet werden
  • Bei einem Unfall kann schnelle Hilfe angefordert werden
  • Das Risiko selbst in einem Unfall verwickelt zu werden sinkt

Neben den besagten Vorteilen sind nachfolgende Punkte aber durchaus als kritischer zu bewerten:

  • Daten zu Fahrverhalten, Uhrzeit und Position werden erfasst und übermittelt
  • Kosten für Telematik Box usw. wird auf Versicherte umgelegt
  • Berufsverkehr wird von etlichen Versicherern als negativ bewertet

In meinen Augen überwiegen unterm Strich die Vorteile, wenn man sich mit dem Gedanken der partiellen "Überwachung" anfreunden kann. Vor allem für Fahranfänger, die noch über keine hohen Schadensfreiheitsklassen verfügen, kann dies eine gute Möglichkeit sein, sich vor extrem hohen Beiträgen zu retten. Für erfahrene Fahrer lohnt es sich in den meisten Fällen eher, die Versicherung zu wechseln und einen günstigeren Tarif zu wählen. Falls Sie bereits über einen sehr günstigen Tarif verfügen sollten, kann dies aber dennoch eine gute Möglichkeit sein die Kosten nochmals zu schmälern. 30% sind dann aber natürlich nicht mehr möglich.

Zahlt Kfz-Versicherung bei Vandalismus?

Vandalismus am Auto, davor fürchtet sich vermutlich jeder Autobesitzer, denn diese bösartige Handlung ist nicht nur hinterhältig und feige, sondern Sie als Geschädigter bleiben in den meisten Fällen auch auf dem Schaden sitzen. Der Verursacher wird nur selten gefasst. Nachfolgend erfahren Sie wann Sie einen Kratzer am Auto Ihrer Versicherung melden sollten. Welchen Schaden zahlt die Teilkasko und Vollkasko Versicherung bei Vandalismus, wenn der Verursacher unbekannt ist? Springt überhaupt eine Versicherung ein, wenn Ihr Auto zerkratzt wurde?


Vandalismus am Auto

Als Autobesitzer gibt es wohl kaum etwas Schlimmeres, zumindest im Bezug auf das Fahrzeug, als dieses in einem mutwillig beschädigten Zustand vorzufinden. Dies wird in aller Regel als besonders ärgerlich empfunden, da es meist aus reiner Boshaftigkeit Dritter entstanden ist. Oft ist auch der Verursacher unbekannt, was dazu führt, dass man erst einmal auf dem Schaden sitzen bleibt, wenn man nicht über die richtige Versicherung verfügt. Und den Schaden, beispielsweise einen Kratzer im Lack, sollte man auch nicht ignorieren, denn ist dieser tief, kann auch die Konservierung des darunter liegenden Blechs beschädigt sein. So kann es im schlimmsten Fall sogar zu Rost und damit noch größeren Schäden kommen. Am Ende des Artikels kennen Sie sich aber bestens aus, um dies in Zukunft zu vermeiden. Doch zu viel versprechen möchte ich nicht, denn Kosten entstehen Ihnen leider dennoch. Doch dazu später mehr.

Nachfolgend habe ich Ihnen ein paar Beispiele für Vandalismus am Auto aufgeführt:

  • Kratzer im Lack
  • Beulen im Blech durch Schläge oder Tritte
  • Schmierereien auf der Karosserie
  • Eingeschlagene Scheiben
  • Zerstochene Reifen
Vandalismus am Auto - Kratzer am Auto Versicherung melden?

Wie Sie in einem solchen Fall vorgehen müssen und unter welchen Umständen welche Versicherung zahlt, möchte ich Ihnen in den nachfolgenden Abschnitten näher erklären. Prinzipiell möchte ich hier unterscheiden, ob die Beschädigung durch Eigenverschulden entstanden ist, oder durch Vandalismus am Auto (Fremdverschulden). Denn dies macht einen gewaltigen Unterschied in der weiteren Abwicklung aus.


Auto zerkratzt - Durch Selbstverschulden

Haben Sie durch Selbstverschulden Ihr Auto zerkratzt, beispielsweise im Einstiegsbereich durch Schuhe, zählt dies natürlich nicht als Vandalismus am Auto. Behoben sollten solche Schäden aber natürlich dennoch werden. Doch zahlt Ihre Kfz Versicherung für den Kratzer am Auto?

Nun kurz gesagt, zahlt hier nur die Vollkasko-Versicherung, vorausgesetzt Sie haben eine. Doch aufgepasst, es macht nur in den seltensten Fällen Sinn, einen Kratzer der Versicherung zu melden. Viele Kratzer können beispielsweise durch Smart Repair relativ preiswert repariert werden. Melden Sie den Schaden der Versicherung, wird der Schaden zwar bezahlt, doch in aller Regel werden Sie in der Schadensfreiheitsklasse hochgestuft und müssen zukünftig höhere Beiträge zahlen. Unterm Strich, könnte es Ihnen daher sogar teurer kommen, als die Reparatur selbst zu bezahlen.


Kratzer durch Fremdeinwirkung

Auch wenn ein Schaden z.B. ein Kratzer am Auto durch einen Dritten verursacht wurde, heißt das natürlich noch nicht zwingend, dass es sich hierbei um Vandalismus handelt. Eine Beschädigung kann natürlich auch immer unabsichtlich und ohne böse Absichten entstanden sein. Wichtig ist hier aber die Frage, ob der Verursacher bekannt ist oder nicht.

Kratzer am Auto - Versicherung melden

Wurde der Schaden durch eine dritte Person verursacht und Ihnen ist der Verursacher bekannt, haftet in aller Regel die Haftpflichtversicherung des Verursachers für die Reparatur. Ihnen entsteht dabei zumindest erstmal kein finanzieller Nachteil. Abhängig von der Ausprägung des Schadens, kann natürlich beim Wiederverkauf dennoch ein Wertverlust entstehen, auch wenn der Schaden repariert (überlackiert) wurde. Ihre Teil- oder Vollkasko muss hier nicht beansprucht werden. In meinen Augen kann es auch Sinn machen, die Polizei zum Unfallort hinzuzuziehen, um den Schaden aufzunehmen. So sind Sie auf der sicheren Seite.

Schaden am Auto - Verursacher unbekannt

Schlimmer ist es für Sie auf jeden Fall, wenn vom Verursacher jede Spur fehlt, wie es bei Vandalismus am Auto in aller Regel der Fall ist. Diese Fälle passieren oft im Schutze der Dunkelheit und das Zerkratzen des Lacks geht so schnell und leise, so dass es auch meistens nicht von Nachbarn bemerkt und beobachtet wird. Lässt sich der Verursacher nicht ausmachen, bleiben Sie leider auf dem Schaden sitzen. Verfügen Sie über eine Vollkaskoversicherung, sind Sie aber abgesichert. Doch auch die Teilkaskoversicherung sichert einige Schadensbilder ab. Die Haftpflichtversicherung ist hier leider nicht ausreichend.

Vandalismus - Vollkasko

Eine Vollkasko-Versicherung deckt alle Schäden an Ihrem Fahrzeug ab, ganz egal, ob diese durch einen Unfall oder durch Vandalismus am Auto entstanden sind. Doch wie bereits oben beschrieben, sollten Sie es sich genau überlegen, ob Sie kleine Kratzer am Auto der Versicherung melden oder den Schaden auf eigene Kosten reparieren lassen. Wie gesagt, werden Sie hochgestuft und Ihre Beiträge steigen. Oft lohnt es sich nicht den Schaden zu melden. Bei größeren Schäden sieht das natürlich anders aus, beispielsweise wenn mehrere Verkleidungsteile nachlackiert werden müssten. Nur zerstochene Reifen sind meist vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Vandalismus - Teilkasko

Die Teilkasko deckt leider Vandalismusschäden nicht oder so gut wie nicht ab. Ersetzt werden hier meist nur Schäden, die im Zuge eines Einbruchs entstanden sind und Beschädigungen von Scheiben und Scheinwerferabdeckungen. Bei manchen Versicherern werden zudem aber noch Beschädigungen durch Parkrempler beglichen. Möchten Sie sich aber effektiv vor schwerwiegenden Vandalismusschäden schützen, kann ich Ihnen nur zu einer Vollkaskoversicherung raten. Gerne können Sie den nachfolgenden Vergleichsrechner nutzen, um einen geeigneten und kostengünstigen Tarif für eine entsprechende Vollkaskoversicherung zu finden. Alles was Sie zum Versicherung wechseln wissen müssen, finden Sie in dem verlinkten Beitrag zum Thema.. 


Reparatur von Lackschäden

Wie bereits angesprochen, sollten in meinen Augen Kratzer im Lack repariert werden, um im schlimmsten Fall die Bildung von Rost zu vermeiden. Denn oft ist durch einen tieferen Kratzer der Korrosionsschutz zerstört. Kurzfristig spart man sich zwar Geld, langfristig wird alles nur noch schlimmer. Doch keine Sorge, oft ist die Reparatur gar nicht so teuer und aufwendig wie man zunächst vielleicht denken mag, denn nicht in jedem Fall muss das ganze Verkleidungsteil lackiert werden.

Leichte Kratzer können beispielsweise relativ leicht auspoliert werden. Kleinere Lackschäden können auch durch Spot-Repair ausgebessert werden. Hierbei werden Lackfehler punktuell ausgebessert, ohne das ganze Teil zu lackieren oder ausbauen zu müssen. Auch Beulen können oft relativ leicht ausgedrückt werden.

Sind die Schäden aber tiefer oder große Bereiche des Lacks betroffen, kommt man meist um eine partielle Neulackierung nicht herum. Hier entstehen dann leider auch nicht unerhebliche Kosten. In diesem Fall macht es oft Sinn den Kratzer der Versicherung zu melden.

Vandalismus Vollkasko - Schaden am auto Verursacher unbekannt

Versicherung zahlt nicht: Was tun?

Kommt es zu einem Schadensfall, wird die Schadenssumme schnell und unkompliziert in voller Höhe überwiesen, so oder so ähnlich stellt man sich die Abwicklung vor. Doch die Erfahrung zeigt, dass das nicht immer der Fall ist. Welche Gründe gibt es dafür, dass die Versicherung nicht zahlt oder die Schadensregulierung verzögert. Was tun wenn Versicherung Schaden nicht bezahlt? Erfahren Sie wie Sie richtig vorgehen, wenn die gegnerische Versicherung nicht vollen Schaden zahlt. Muss ich Gutachter von Versicherung akzeptieren?


Versicherung zahlt nicht - Mögliche Gründe

Kleinere Schäden sorgen in aller Regel für keine großen Probleme und werden meist durch gewunken. Beispielsweise kleine Parkrempler oder auch kleinere Schäden am Hausrat. Handelt es sich allerdings um große Versicherungsfälle, beispielsweise um das Inkrafttreten der Berufsunfähigkeitsversicherung, wo man schnell über Summen im sechsstelligen Bereich spricht, versuchen manche Versicherer alles, um die Forderungen herumzukommen. Immerhin geht es auch hier ums Verdienen von Geld. Eine Schadenzahlung mindert natürlich den Gewinn. 

Doch der Unwille allein reicht hier natürlich nicht. Es gibt eine ganze Reihe an möglichen Begründungen, dafür dass die Versicherung nicht zahlt. Wichtig ist am Ende aber nur, ob dieser Grund rechtmäßig ist oder nicht.  Die Versicherung kann die Forderungen beispielsweise verweigern, falls Sie die in den Versicherungsbedingungen genannten Obliegenheiten nicht eingehalten haben oder grob fahrlässig gehandelt haben. Haben Sie zum Beispiel die Fenster geöffnet und es kommt zum Einbruch, kann Ihre Hausratversicherung den Schadensersatz verweigern. Daher empfehle ich Ihnen beim Abschluss einer Versicherung, nach Möglichkeit darauf zu achten, dass auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet wird. Verursachen Sie einen Schaden unter Drogen- oder Alkoholeinfluss, wird dieser ebenfalls in den wenigsten Fällen gedeckt.

Einen Tipp möchte ich Ihnen noch mit auf den Weg geben. Melden Sie Ihre Schäden schnellstmöglich Ihrem Versicherer, denn auch dies kann im schlimmsten Fall zu einer Verweigerung der Leistungen führen. Für die unterschiedlichen Versicherungen gibt es auch abweichende Fristen für die Schadensmeldung. Erkundigen Sie sich hier unbedingt spätestens im Schadensfall! Auch Vorschäden sind selbstverständlich mit zu melden.

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung beispielsweise müssen Vorerkrankungen beim Abschluss wahrheitsgemäß angegeben werden. Verschweigt man hier wissentlich etwas, drohen in beiden genannten Fällen der Verlust des Versicherungsschutzes und die Versicherung zahlt nicht.

was tun wenn versicherung schaden nicht bezahlt?

Die Versicherung zahlt nicht, wenn der Schaden explizit in den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen worden ist. Dies gilt es besonders auch beim Abschluss zu beachten. Auch wenn sich die Versicherungen auf den ersten Blick, bis auf den Preis, kaum von einander unterscheiden, gibt es oft gewaltige Unterschiede, vor allem bei den abgedeckten Schäden. Doch es kommt auch vor, dass manche Schadenausschlüsse nicht rechtskonform sind. Dies gilt es im Zweifel mit einem fachkundigen Anwalt abzuklären. 

Versicherung verzögert Schadensregulierung

Des Öfteren kann es auch dazu kommen, dass die Versicherung die Schadensregulierung verzögert und der Geschädigte lange auf sein Geld warten muss. Die Zeit, die der Versicherer zur Prüfung des Unfalls oder des Schadens hat, ist natürlich nicht beliebig lang. Wird die Prüfung und damit die Zahlung unverhältnismäßig heraus gezögert, kann Ihnen z.B. ein deutlich höheres Schmerzensgeld zustehen. Dies gilt es im Fall der Fälle zu prüfen. Der Versicherer hat damit seine Leistungspflicht nach angemessener Prüfzeit verletzt. Auch der Rechtsanwalt, der Sie hier vertritt, wird in aller Regel durch die Versicherungsgesellschaft des Verursachers gedeckt. Dies gilt natürlich nicht, wenn man als Geschädigter seinen Pflichten, beispielsweise zur fristgerechten Schadensmeldung nicht nachkommt.


Was tun wenn Versicherung Schaden nicht bezahlt

Nun habe ich Ihnen zwar einige möglichen Gründe aufgeführt, die dazu führen können, dass die Versicherung die Schadensregulierung verzögert oder gar verweigern kann. Doch was tun wenn Versicherung Schaden nicht zahlt? Dieser Frage möchte ich mich nun nachfolgend widmen.

Zuallererst müssen Sie als Geschädigter die Höhe des Schadens nachweisen, doch glücklicherweise werden hieran keine hohen Anforderungen an die Beweisführung gestellt. Haben Sie dies getan und dennoch zahlt die Versicherung nicht, stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung. Doch egal bei welchem Schritt, verdrehen Sie niemals die Wahrheit, sondern bleiben Sie stets bei den Fakten. Alles andere kann Sie teuer zu stehen kommen. Es ist sicherlich von Vorteil gleich zu Beginn einen Anwalt zu konsultieren, der Ihnen beratend zur Seite steht.

Versicherung zahlt nicht vollen schaden

Falls Sie noch kein definiertes Schreiben erhalten haben, in dem geschrieben steht, dass die Versicherung nicht zahlt und aus welchem Grund, sollten Sie zunächst Ruhe bewahren und nichts überstürzen. Sie können jedoch schriftlich an die sofortige Erledigung des Schadensfalls erinnern. Scheuen Sie sich auch nicht hierfür eine Frist vorzugeben. Diese sollte aber natürlich realistisch gewählt werden.

Haben Sie besagtes Schreiben bereits erhalten, kann es in meinen Augen durchaus Sinn machen das Versicherungsunternehmen schriftlich um eine erneute Prüfung des Falls zu bitten. 

Falls auch das nicht hilft, können Sie sich noch an einschlägige Verbraucherzentralen wenden. In diesem Fall eignet sich beispielsweise der Versicherungs-Ombudsmann. Hierbei handelt es sich um eine anerkannte Anlaufstelle zu außergerichtlichen Streitschlichtung. Die Beihilfe ist hier kostenlos. Sollte auch dies ergebnislos verlaufen, hilft nur noch ein Gang zum Anwalt. Hierfür ist besonders eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll, da Sie im schlimmsten Fall die Prozesskosten tragen müssen. Ein Gerichtsprozess lohnt sich daher auch nicht in jedem Fall. Dies ist im Vorfeld unbedingt abzuklären.

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Gegnerische Versicherung zahlt nicht vollen Schaden

Werden Sie durch einen anderen Verkehrsteilnehmer in einen Unfall verwickelt, kann es auch zum Äußersten kommen; die gegnerische Versicherung zahlt nicht alles oder will die Zahlung womöglich sogar ganz vermeiden.

Falls Sie nicht wissen bei welchem Versicherer der Unfallverursacher versichert ist, schafft die Kontaktaufnahme mit dem Zentralruf der Autoversicherer schnell Abhilfe. Halten Sie bitte das Kennzeichen des KFZ des Unfallgegners, das Datum des Unfalls und das Unfallland bereit. 

Hiermit lässt sich der Versicherer schnell ermitteln. Falls die gegnerische Versicherung nicht alles zahlen möchte, ist es in meinen Augen das beste einen Anwalt für Verkehrsrecht einzuschalten, der den Kontakt mit der gegnerischen Versicherungsgesellschaft aufnimmt. 

Gegnerische Versicherung zahlt nicht vollen Schaden - Was tun?

Dieser weiß auf Grund langjähriger Erfahrungen in solchen Streitfragen am Besten wie weiter vorzugehen ist. Gesetzlich steht Ihnen die Rechtshilfe zur Verfügung . Sind Sie im Recht, werden die Kosten hierfür vom Unfallgegner getragen.

Muss ich Gutachter von Versicherung akzeptieren?

Trägt der Unfallgegner die Hauptschuld am Unfall, fährt Ihnen beispielsweise auf, handelt es sich um einen Haftpflichtfall. In diesem Fall ist es Ihnen gestattet, als Geschädigter, einen Gutachter zur Schadens- und Unfallhergangsermittlung heranzuziehen. Vorausgesetzt der Schaden beläuft sich auf über 750 Euro. Vermutlich werden Sie sich jetzt fragen: Muss ich Gutachter von Versicherung akzeptieren? Immerhin könnte dieser, wenn er von der gegnerischen Versicherung beauftragt wurde, durchaus voreingenommen sein. Doch da kann ich Sie beruhigen, denn das müssen Sie nicht hinnehmen. 

Was sind Schadenfreiheitsklassen?

Wie bereits im Beitrag zur Autoversicherung geschildert, richtet sich der zu zahlende monatliche bzw. jährliche Beitrag nach mehreren Faktoren. Hier zählen zum einen Typklasse des Fahrzeugs, Ihr Wohnort, Ihr Alter und eben die Freiheitsklasse des Fahrzeughalters. Doch was ist der Schadenfreiheitsrabatt im speziellen denn nun genau und wie können ihn schadenfreie Jahre beeinflussen? Erfahren Sie weiterhin wie Sie Kfz Schadenfreiheitsklassen übertragen können und wie sich diese nach einem Unfall verändern.


Was ist Schadenfreiheitsklasse?

Schadenfreie Jahre werden von den Versicherungen durch die Einstufung in sog. „Schadenfreiheitsklassen“ honoriert. War ein Fahrzeug während eines Kalenderjahres schadenfrei unterwegs, kommt der Vertrag im Folgejahr in die nächst günstigere Schadenfreiheitsklasse. Der zu zahlende Versicherungsbeitrag sinkt somit also durch unfallfreies Fahren nach und nach. Es gibt dabei unterschiedliche Tabellen für Pkw, Motorräder inkl. Quads und Trikes, Campingfahrzeuge, Klein- und Leichtkrafträder sowie für die übrigen Fahrzeugarten (Lieferwagen, Lkw, Zugmaschinen). Für Pkw gibt es meistens 35 Kfz Schadenfreiheitsklassen, bei den anderen Fahrzeugarten allerdings deutlich weniger.

Welche Schadenfreiheitsklasse habe ich? Schadenfreie Jahre lohnen sich!

Ereignet sich während des Versicherungsjahres ein Schaden, für den die Versicherung einzustehen hat, so erfolgt eine Rückstufung in den Kfz Schadenfreiheitsklassen, die mitunter bis zu 15 Stufen betragen kann. In der Regel gilt: je höher die aktuelle Schadenfreiheitsklasse ist, umso drastischer fällt die Rückstufung aus. Viele Versicherer bieten daher einen „Rabattretter“ gegen einen gewissen Mehrbeitrag an. Hierdurch erfolgt trotz Schadensfall keine Rückstufung. Ihr Versicherungsbeitrag bleibt also gleich. Das kann sich vor allem für langjährige schadenfreie Fahrer lohnen. Die Details ergeben sich aus den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

Da wie oben erwähnt, verschiedene SF-Tabellen für die verschiedenen Fahrzeugarten bestehen, kann es auch passieren, dass den jeweiligen SF-Klassen auch unterschiedliche Prozentsätze zugeordnet sind. Es ist daher besonders bei einem Wechsel der Fahrzeugart darauf zu achten, dass nicht die jeweiligen Prozentsätze bei einem Beitragsvergleich herangezogen werden, sondern die konkrete SF-Klasse, die sich aus dem sog. „Rabattgrundjahr“ ableiten lässt.

Ein Beispiel: wenn die Rabattstaffel für Krafträder beispielsweise 10 Klassen umfasst, wird auf dem Versicherungsschein auch maximal der SF-Klasse 10 (bei Krädern) zugeordnete Prozentsatz ausgewiesen. Hat der Versicherungsvertrag allerdings bereits 15 schadenfreie Jahre bestanden, so kann bei einem Wechsel auf einen Pkw dort die SF-Klasse 15 zu Grunde gelegt werden.


Wie erfolgt die Einstufung? - Schadenfreie Jahre lohnen sich

Sofern keinerlei Vergünstigungen gewährt werden können, wird ein Vertrag zunächst in die Klasse 0 eingestuft. Hat der Versicherungsnehmer allerdings bei Vertragsbeginn bereits seit 3 Jahren den Führerschein, ist bereits eine günstigere Einstufung möglich. Hierbei wird die Zeit des begleitenden Fahrens mit angerechnet. Normalerweise werden auch alle Führerscheine aus anderen Ländern anerkannt.

Auch wenn die Eltern bereits als Kunde vorhanden sind, können meist die Kinder günstiger eingestuft werden, auch wenn Sie noch nicht so lange den Führerschein haben. Details hierzu entnehmen Sie bitte den Versicherungsbestimmungen oder fragen hierzu bei Ihrem Versicherer nach. Auch für Zweitfahrzeuge besteht in der Regel die Möglichkeit einer günstigeren Einstufung. Die Versicherer machen das allerdings meist von gewissen Voraussetzungen abhängig, beispielsweise vom Fahrerkreis oder von der Einstufung des Erstfahrzeugs. Auch hierzu empfiehlt sich ein Blick in Ihre jeweiligen Versicherungsbestimmungen.

Wie kann man Kfz Schadenfreiheitsklassen übertragen? Alles zum Schadenfreiheitsrabatt

Beachten Sie aber bitte, dass sog. „Sondereinstufungen“ häufig bei einem Wechsel der Versicherungsgesellschaft nicht bescheinigt werden. Das heißt, dass dann der Versicherungsverlauf so vom Vorversicherer bescheinigt wird, als ob keine Sondereinstufung erfolgt wäre. Bei einem Fahrzeugwechsel wird der Rabatt vom Vorfahrzeug jedoch übernommen.

Erwirbt der Versicherungsnehmer neben seinem vorhandenen Fahrzeug noch ein weiteres, so kann dieses über die sog. „Zweitwagenregelung“ ebenfalls bereits eine günstigere Schadenfreiheitsklasse erhalten. Bei dieser Konstellation wäre es auch möglich, den Rabatt vom Erstfahrzeug mit dem des Zweitfahrzeugs zu tauschen. Voraussetzung für die Übernahme eines Schadenverlaufs ist es, dass das Fahrzeug von dem der Rabatt übernommen wird, der selben oder einer höheren Fahrzeuggruppe angehört. Es gibt drei Fahrzeuggruppen: die untere Fahrzeuggruppe (Klein- und Leichtkrafträder bzw. -roller, Trikes, Quads, Pkws, Lieferwagen, Krankenwagen, Campingfahrzeuge), die mittlere Fahrzeuggruppe (Lkws, Zugmaschinen, landwirtschaftliche Zugmaschinen) und die obere Fahrzeuggruppe (Omnibusse, Sonderfahrzeuge).


Kfz Schadenfreiheitsklassen übertragen

Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass ein Schadenfreiheitsrabatt von einer anderen Person übertragen wird. So können auch Fahranfänger von Anfang an mit deutlich geringen Versicherungsprämien einsteigen. Hierfür sind allerdings einige Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Der Versicherungsnehmer muss zunächst glaubhaft machen, dass das Fahrzeug des Anderen überwiegend von ihm gefahren worden ist. Der Andere muss damit einverstanden sein, dass die Schadenfreiheitsklassen übertragen werden und muss seinen Schadenfreiheitsrabatt aufgeben. Dies haben beide auf einem Formular gegen Unterschrift zu bestätigen. Sollte der Übertragende bereits verstorben sein, muss der Versicherungsnehmer zudem bestätigen, dass weitere anspruchsberechtigte Personen nicht vorhanden sind.
  • Zwischen den Beteiligten muss ein besonderes Verhältnis während der Fahrzeugnutzung bestanden haben. In der Regel wird hier gefordert, dass ein nahes Verwandtschaftsverhältnis bestanden hat (Eltern, Schwiegereltern, Großeltern, Kinder, Geschwister) oder es sich um Ehe- bzw. Lebenspartner handelt. Auch Zeiten der Nutzung eines Firmenwagens können angerechnet werden, wenn der Arbeitgeber dies bescheinigt.
  • Der Übernehmende muss entsprechend lange den Führerschein besitzen, also z.B. bei Übernahme der SF 15 müsste der Führerschein bereits von mehr als 15 Jahren erworben worden sein.
  • Das Fahrzeug des Versicherungsnehmers muss sich in der selben oder einer niedrigeren Fahrzeuggruppe befinden.
  • Für die Übertragung der SF-Klasse sind Fristen zu beachten, die je nach Versicherungsgesellschaft differieren können. Der Zeitraum zwischen dem Ende der Fahrzeugnutzung und der Übertragung sollte nicht zu lange sein. Hier sollten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem Versicherer halten.

Grundsätzlich werden immer die SF-Klassen der Haftpflicht und der vorhandenen Vollkasko übertragen. Sollte allerdings der Versicherungsnehmer keine Vollkasko abschließen, so wird die entsprechende Vollkasko-SF dennoch vorgemerkt, geht also nicht verloren. Wenn der Versicherungsnehmer vor der Rabattübertragung bereits einen eigenen Schadenfreiheitsrabatt erfahren hatte, so geht dieser ebenfalls nicht verloren, sondern wird bei der Versicherung als sog. „verdeckter Rabatt“ weitergeführt und kann im Bedarfsfall wieder aktiviert werden, wenn z.B. später ein weiteres Fahrzeug hinzu kommt.


Tipps zum Umgang mit Schadenfreiheitsrabatt

Eine Unterbrechung des Versicherungsverlaufes wirkt sich wie folgt aus: sofern die Unterbrechung während des Versicherungsjahres nicht mehr als sechs Monate beträgt, wird der Vertrag so behandelt, als hätte er das ganze Jahr über bestanden. Das bedeuted, es erfolgt eine Einstufung in die nächst bessere Schadenfreiheitsklasse; bei einer längeren Unterbrechung bleibt der Rabatt erhalten, der vor der Unterbrechung bestanden hat. Dauert die Unterbrechung über mehrere Jahre an, so empfiehlt es sich, immer mal wieder bei der Versicherung an den Rabatt zu erinnern, um einer Löschung der Vertragsdaten vorzubeugen.

Schadenfreiheitsklasse nach Unfall - Rückstufung verhindern

Haben Sie doch einmal einen kleineren Unfall erlitten, zum Beispiel wenn Sie beim Ausparken leicht an die benachbarte Straßenlaterne gefahren sind, kann es oft sinnvoll sein den Schaden selbst zu bezahlen, um eine Rückstufung zu vermeiden. Sie umgehen so den steigenden Beiträgen im nächsten Jahr. Hierfür melden Sie in aller Regel den Schaden wie gewöhnlich Ihrer Versicherung, die Ihnen dann die genaue Schadenshöhe mitteilt. Meistens haben Sie dann ein halbes Jahr Zeit zu entscheiden, ob Sie die Kosten selbst erstatten möchten. 

Kfz Schadenfreiheitsklasse Vollkasko

Grundsätzlich erwirbt man einen Schadenfreiheitsrabatt sowohl in der Haftpflicht- als auch in der Vollkaskoversicherung. In der Praxis besteht jedoch häufig nicht während der gesamten Lebensdauer eines Fahrzeugs eine Vollkaskoversicherung. Meist wird diese nach einigen Jahren in eine Teilkaskoversicherung umgewandelt. Wird dann nach einiger Zeit wieder ein Neufahrzeug angeschafft, so stellt sich die Frage, mit welcher Schadenfreiheitsklasse dann wieder eine Vollkasko abgeschlossen werden kann. Hat in den letzten 12 Monaten vor Abschluss einer neuen Vollkaskoversicherung keine Vollkasko bestanden, so wird der SF-Rabatt der Haftpflicht auch bei der Vollkasko zu Grunde gelegt. Voraussetzung ist dabei allerdings, dass es sich beim versicherten Fahrzeug um einen Pkw, ein Krad, ein Quad, ein Trike, ein Campingfahrzeug oder um einen Lieferwagen handelt.

Welche Schadenfreiheitsklasse habe ich?

Möchten Sie wissen welche Schadenfreiheitsklasse Sie aktuell haben, können Sie über einen Blick in Ihre letzte Beitragsabrechnung herausfinden. Dort sind diese sowohl für die Haftpflicht-, als auch für Ihre Vollkaskoversicherung aufgeführt.

Kaskoversicherungen – Teil- oder Vollkasko?

Die Kaskoversicherung stellt eine optionale Erweiterung des Leistungsumfangs der Kfz-Haftpflichtversicherung dar. Diese ist allerdings, anders als die Haftpflicht, nicht verpflichtend abzuschließen. Doch es ist dennoch sehr empfehlenswert dies zu tun, besonders bei jungen Gebrauchten und Neufahrzeugen, aber auch bei älteren Modellen sollten Sie unbedingt darüber nachdenken. Dieser Versicherungstyp lässt sich in die Teil- und Vollkasko unterteilen. Aber was bedeutet Teilkasko nun genau und worin liegt der Unterschied zu den Vollkasko Leistungen? Alles was Sie hierzu wissen möchten finden Sie unten. Gerne können Sie auch unseren Tarifrechner zum Teil- und Vollkaskoversicherung Vergleich nutzen. Diesen finden Sie weiter unten oder in der Sidebar. So finden Sie sicher den günstigsten Tarif, der perfekt zu Ihren Bedürfnissen passt.


Kaskoversicherung: Unterschied Vollkasko Teilkasko

In der Kaskoversicherung geht es um das Absichern von Schäden, die Ihrem eigenen, also dem versicherten Fahrzeug selbst drohen. Die Schuldfrage an dem eingetretenen Schaden ist nur dann von Bedeutung, wenn dieser durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit herbeigeführt worden ist. Ansonsten werden auch Schäden beglichen, die durch Sie selbst verursacht worden sind. Hierin liegt auch der Unterschied zur Haftpflichtversicherung allein. Kann der Versicherer nachweisen, dass der Schaden durch vorsätzliches Handeln verursacht wurde, ist dieser natürlich nicht leistungspflichtig. Auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit wird hier weitestgehend verzichtet. Lediglich bei Schäden durch Alkohol- oder Drogeneinfluss sowie bei einer „Einladung“ zum Diebstahl berufen sich die Versicherer auf grobe Fahrlässigkeit.

Die Kaskoversicherung umfasst die Beschädigung, die Zerstörung, den Totalschaden und den Verlust des Fahrzeugs sowie die Teile, die in diesem verschlossen bzw. an diesem befestigt sind. Voraussetzung ist hier allerdings, dass mit deren Einbau die allgemeine Betriebserlaubnis des Fahrzeugs nicht erlischt oder andere gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen. Doch was verstehen die Versicherungsgesellschaften nun genau unter diesen Begriffen?:

  • Beschädigung: Nachteilige Veränderung des ursprünglichen Zustandes des Fahrzeugs oder seiner Teile
  • Zerstörung: Reparaturkosten übersteigen den Wiederbeschaffungswert oder aber 80 % des Fahrzeugneupreises 
  • Totalschaden: Erforderliche Reperaturkosten des Fahrzeugs übersteigen dessen Wiederbeschaffungswert  
  • Verlust: Jede Art des Abhandenkommens des Fahrzeugs. Hauptsächlich aber der Fall der Entwendung.  

Dabei ist der Wiederbeschaffungswert der Preis, der für den Kauf eines gleichwertigen gebrauchten Fahrzeugs am Tag des Schadenereignisses erbracht werden muss. Innerhalb der Kaskoversicherungen lassen sich zwei Obergruppen unterscheiden: die Teilkasko- und die Vollkaskoversicherung.


Teilkasko und Vollkaskoversicherung Kosten

Der Beitrag der Kaskoversicherung hängt von etlichen Faktoren ab. Vor allem von der Typklasse Ihres Fahrzeugs. Die Typklasse richtet sich in erster Linie nicht nach dem Wert des Fahrzeugs sondern nach etlichen Schadensstatistiken, beispielsweise wie oft ein Fahrzeug in Unfälle verwickelt war. So kann es zum Beispiel durchaus sein, dass die Versicherung für einen Porsche günstiger ist als für einen VW Golf. Ein Golf wäre in diesem Beispiel demnach für die Versicherungsgesellschaft riskanter. Dabei handelt es sich aber nur um ein Beispiel zur Veranschaulichung.

Auch der Wohnort fließt über die sogenannte Regionalklasse mit in die Berechnung ein. Hiermit sollen die regionalen Unterschiede hinsichtlich Unwetter- und Diebstahlswahrscheinlichkeit, usw. berücksichtigt werden.

Auch hier haben Sie die Möglichkeit durch eine vereinbarte Selbstbeteiligung den Versicherungsbeitrag massiv nach unten hin zu beeinflussen. Häufige Zuzahlungen sind 150 € (Teilkasko) oder 300 € (Vollkasko) im Schadensfall. Bei der Vollkaskoversicherung haben Sie zudem die Chance Ihren Beitrag durch unfallfreies Fahren mit der Zeit zu reduzieren. Mit jedem unfallfreien Jahr erhöht sich demnach Ihr Schadenfreiheitsrabatt. Ein weiterer Grund warum die Beiträge für Fahranfänger oft besonders hoch sind.

Auch eine Garage hilft Ihnen auf dem Weg zu einem geringen Beitrag. Denn natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Auto gestohlen wird oder durch Hagel beschädigt wird deutlich geringer, wenn es bei Nichtbenutzung in Sicherheit steht.

Kaskoversicherung: Unterschied Vollkasko Teilkasko

Teilkasko und Vollkaskoversicherung Vergleich

Wie Sie gerade gelesen haben gibt es viele Faktoren, die den Beitrag einer Kaskoversicherung beeinflussen. Neben diesen Faktoren gibt es natürlich auch Unterschiede unter den einzelnen Versicherungsunternehmen. Untenstehender Vergleichsrechner von Tarifcheck24 hilft Ihnen die besten Konditionen zu finden. Er erlaubt Ihnen zudem gezielt nach Tarifen zu suchen, die alle gewünschten Rahmenbedingungen erhalten. So können Sie viele Hunderteuro im Jahr sparen. Wie Sie Ihre Kfz-Versicherung wechseln können, lesen Sie wenn Sie dem Link folgen.


Was bedeutet Teilkasko eigentlich?

In der Teilkaskoversicherung sind in den meisten Fällen nachfolgend genannte Schadensereignisse mitversichert: Entwendung, Bruch der Verglasung, Zusammenstoß mit Tieren, Tierbiss, Kurzschlussschäden, Brand und Explosion und Naturgewalten. Nachfolgend hierzu nähere Erläuterungen:

Entwendung

Bruch der Verglasung

Zusammenstoß mit Tieren

Tierbiss

Kurzschlussschaden

Brand und Explosion

Naturgewalten

Abweichungen hiervon sind natürlich von Versicherer zu Versicherer möglich und oft auch vorhanden. Nutzen Sie daher den obenstehenden Vergleichsrechner, um die gewünschten Optionen gezielt auszuwählen und lesen Sie unbedingt die jeweiligen Versicherungsbedingungen genau durch.

Wie schon in der Übersichtsseite zu Autoversicherungen angesprochen gilt der Versicherungsschutz in aller Regel auch im europäischen Ausland bzw. im Geltungsbereich der EU. Sind Sie mit Ihrem Fahrzeug außerhalb europäischer Gebiete unterwegs halten Sie bitte stets kurz Rücksprache mit Ihrer Versicherungsgesellschaft.

Eine Teilkaskoversicherung sollte in meinen Augen stets das absolute Minimum sein, um nicht auf Reparaturkosten sitzen zu bleiben. Auch wenn es bereits ein älterer Gebrauchter ist. In aller Regel lohnt sich der geringe Aufpreis im Vergleich zur Haftpflicht auf jeden Fall.


Die Vollkasko Leistungen

Zusätzlich zum Leistungsumfang der Teilkasko sind bei den Vollkasko Leistungen noch folgende Punkte enthalten: Ersatz für selbstverschuldete sowie unverschuldete bzw. fremdverschuldete Unfälle sowie Leistungen für Schäden durch mut- oder böswillige Handlungen Dritter sowie Differenzkasko für geleaste PKW.

Wann spricht man eigentlich von einem Unfall? Ein Unfall setzt ein äußeres, unmittelbares und plötzlich mit mechanischer Gewalt auf das Fahrzeug einwirkendes Ereignis voraus. Unmittelbar bedeutet, dass ein Ereignis direkt auf das Fahrzeug einwirkt. Das Ereignis ist von außen eingetreten, wenn es nicht auf einem inneren Betriebsvorgang beruht. Die Einwirkung ist plötzlich, wenn es sich in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum abspielt. Abnutzungs- und Verschleißschäden erfüllen diese Voraussetzungen somit also nicht. Mechanische Gewalt liegt dann vor, wenn der Schaden durch Zug und Druck entsteht, zum Beispiel bei einem Aufprall oder Zusammenstoß mit einem anderen Auto oder einem Gebäude.

Die Vollkasko ersetzt zudem alles, was durch groben Unfug oder durch Mutwillen Dritter (Vandalismus) an einem Fahrzeug beschädigt wurde. Dies wäre die mut- oder böswillige Handlung Dritter, die oben aufgeführt ist.

Teilkasko und Vollkaskoversicherung Vergleich und Kosten

Wie Sie sehen ist eine Vollkasko besonders bei fabrikneuen Fahrzeugen und jungen Gebrauchten, wie etwa Jahres- oder Vorführwagen unbedingt anzuraten. Natürlich auch bei Oldtimern und sehr hochpreisigen Fahrzeugen führt hier kein Weg daran vorbei. Der Leistungsumfang ist hier einfach am höchsten und das finanzielle Risiko beim Bewegen eines neuen Fahrzeugs ist eben doch wesentlich höher. Wenn Sie den obenstehenden Vergleichsrechner nutzen, werden Sie sehen, dass der Aufpreis bei weitem nicht so hoch ist wie man erst denken mag.

Differenzkasko für Leasingfahrzeuge

Welchen Versicherungsschutz bietet nun die Differenzkasko? Vielen ist dieser Begriff noch gar nicht geläufig. Doch diese ist bei geleasten Fahrzeugen unbedingt anzuraten. Erleidet ein geleastes Fahrzeug einen Totalschaden durch Verschulden des Leasingnehmers, so haftet dieser gegenüber dem Leasinggeber auf Schadensersatz. Im Rahmen der „normalen“ Kasko wird der sog. „Wiederbeschaffungswert“ ersetzt.

Der Ablösewert beim Leasinggeber ist jedoch zumindest in der Anfangsphase des Leasingzeitraums in der Regel höher. Das liegt daran, dass der Wiederbeschaffungswert eines Fahrzeugs zu Beginn relativ rasch abfällt, rascher zumindest als der kalkulierte Ablösewert der Leasingfirma. Es entsteht also eine gewisse Lücke. Sollte der jeweilige Versicherer kein Differenzkasko anbieten, so sollte ggf. eine Absicherung im Rahmen des Leasingvertrages vorgesehen werden.


Was ist als Ersatzleistung zu erwarten?

Die Ersatzleistung richtet sich bei der Kaskoversicherung nach der Schadensart und ob eine Zerstörung, eine Beschädigung, ein Totalschaden oder der Verlust des Fahrzeugs und/ oder seiner Teile vorliegt. Die Leistungsgrenze ist grundsätzlich der Wiederbeschaffungswert. Der Wiederbeschaffungswert ist der Preis, den der Versicherungsnehmer aufwenden muss, um ein gleichwertiges gebrauchtes Fahrzeug oder gleichwertige Ersatzteile zu erwerben. Sind Reparaturkosten geringer als der Wiederbeschaffungswert, werden diese gezahlt.

Was bedeutet Teilkasko und wie fallen die Vollkasko Leistungen aus?

Es gibt aber wie so oft Besonderheiten. Der Versicherer ersetzt den Neupreis meistens innerhalb einer bestimmten Zeitspanne nach der Erstzulassung, wenn ein Totalschaden, eine Zerstörung oder ein Verlust eintritt oder wenn bei einer Beschädigung die erforderlichen Kosten zur Wiederherstellung mindestens 80% des Neupreises betragen und der Eigentümer den PKW als Neufahrzeug unmittelbar von einem Kfz-Händler erworben hat. Da bei einem Schadenfall selten alle Fahrzeugteile vollständig zerstört werden, verbleiben die noch verwertbaren Reste im Eigentum des Versicherungsnehmers und werden zum Veräußerungswert auf die Entschädigungsleistung angerechnet.

Für jeden Schadenfall wird eine evtl. vereinbarte Selbstbeteiligung von der Entschädigungsleistung abgezogen. Wird das Fahrzeug beschädigt, werden die für die Reparatur erforderlichen Kosten bis zu folgenden Obergrenzen übernommen: wird das Fahrzeug vollständig und fachgerecht repariert, werden die Kosten bis zum Wiederbeschaffungswert (gegen Rechnungsnachweis) übernommen. Wird das Fahrzeug allerdings nicht, nicht vollständig oder nicht fachgerecht repariert oder die vollständige und fachgerechte Reparatur nicht durch Rechnung nachgewiesen, werden die erforderlichen Kosten einer vollständigen Reparatur bis zur Höhe des um den Restwert verminderten Wiederbeschaffungswert übernommen.

Was braucht man zum Auto anmelden?

Wenn Sie Ihr Fahrzeug zulassen bzw. ummelden möchten oder wichtige Dokumente, wie Fahrzeugschein oder Fahrzeugbrief verloren haben, müssen Sie zur Zulassungsstelle. Das gilt auch, wenn sich wichtige Daten, wie etwa Ihr Name oder Ihr Wohnort geändert haben. Doch natürlich müssen Sie stets die korrekten Dokumente mit zur Zulassungsstelle bringen. Doch was braucht man zum Auto anmelden nun genau? Lesen Sie welche Unterlagen dies jeweils sind. Weiterhin erfahren Sie was es auf dem Weg zur Kfz Zulassung zu beachten gilt und wie Sie ein Kennzeichen reservieren können. 


Benötigte Kfz Zulassung Unterlagen

Welche Papiere Sie mit zur Kfz Zulassungsstelle bringen müssen, hängt in erster Linie natürlich davon ab, welches Fahrzeug Sie zulassen möchten bzw. es sich überhaupt um eine Zulassung handelt. Möchten Sie beispielsweise lediglich Daten berichtigen, da sich diese mittlerweile geändert haben, benötigen Sie natürlich ganz andere Dokumente. Nachfolgend habe ich Ihnen kurz zusammengetragen welche Papiere Sie wann mitbringen müssen.

Was braucht man zum Auto anmelden

Abhängig davon ob Sie einen Neuwagen oder ein gebrauchtes Auto anmelden möchten, unterscheiden sich die mitzubringenden Papiere deutlich. Doch auch wenn Sie ein Fahrzeug über den Winter abmelden oder es gar ganz außer Betrieb setzen möchten, müssen Sie der Kfz Zulassung Unterlagen entsprechend vorlegen. Welche das im einzelnen sind, erfahren Sie nachstehend. Was braucht man zum Auto anmelden nun also genau?

Fabrikneues Fahrzeug

Umschreibung eines Gebrauchtfahrzeugs

Außerbetriebsetzung

Wiederzulassung ​​​​nach Außerbetriebsetzung

Ausgabe von Kurzzeitkennzeichen

Kennzeichen reservieren und Kosten

Noch immer stehen individuelle Wunschkennzeichen beim Auto anmelden hoch im Kurs. Seien es die eigenen Initialen oder die des Partners; der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Die Buchstaben nach dem Landkreis-Kürzel sowie die Zahlenfolge können Sie frei wählen, solange diese nicht besetzt sind.

Reservieren Sie sich Ihr Wunschkennzeichen daher frühzeitig. Die Reservierungsgebühr beträgt aktuell 10,20 €. Reservieren Sie nichts, wird Ihnen eine beliebige Kombination zugeteilt. Das Nummernschild selbst können Sie sich bei Ihrem örtlichen Schilderdienst prägen lassen. Mittlerweile können Sie sich diese aber sogar schon online bestellen und liefern lassen. 

Die Kosten der Fahrzeuganmeldung hängen wiederum stark davon ab, ob es ein Neufahrzeug, Gebrauchtwagen oder gar ein Oldtimer ist.

Kennzeichen reservieren - Was braucht man zum Auto anmelden?

In den allermeisten Fällen betragen die Kosten aber weit weniger als 50 € und sind damit wirklich überschaubar. Die Größe des Autos selbst hat aber keinerlei Einfluss auf die Kosten.

Datenänderungen und -aktualisierungen

Wie oben beschrieben, müssen Sie auch zum Ändern von persönlichen Daten zur Kfz Zulassung. Hierzu zählen zum Beispiel, wenn sich Ihr Wohnort oder Ihr Namen im Zuge einer Heirat ändert. Auch die Erneuerung Ihrer Stempelplakette habe ich unter diesen Oberpunkt gepackt. Auch hier können Sie nicht mit leeren Händen erscheinen, sondern müssen die notwendigen Papiere vorlegen, die die Änderung belegen. Nachfolgend finden Sie, was Sie zum Zeitpunkt der Artikelerstellung mitbringen sollten.

Berichtigung Fahrzeugschein / Besch. Teil I bei Wohnortwechsel

Berichtigung der Fahrzeug-Papiere bei Namensänderung:

Berichtigung der Fahrzeugpapiere bei technischen Änderungen

Erneuerung der Stempelplakette auf den Kennzeichen:

Diebstahl und Verlust von Kfz Zulassung Unterlagen

Leider kann es auch vorkommen, dass Ihnen Dokumente abhanden kommen. Das kann im Laufe von Umzügen geschehen; plötzlich taucht Ihr Fahrzeugbrief nicht mehr auf, obwohl Sie alle Kisten durchsucht haben. Aber natürlich können Ihnen wichtige Dokumente auch gestohlen werden. Doch hier müssen Sie nicht verzweifeln, denn auch hier kann Ihnen auf der Zulassungsstelle zuverlässig geholfen werden. Doch auch hier müssen Sie andere Dokumente mitbringen, die Ihre Identität beweisen.

Diebstahl / Verlust des Fahrzeugscheins

Diebstahl / Verlust des Fahrzeugbriefes (Besch. Teil II)

Diebstahl / Verlust von Kennzeichen

Für folgende Zulassungsvorgänge ist keine eVB-Nummer erforderlich, wie Sie gesehen haben: der Halter bekommt ein neues Kennzeichen nach einem Diebstahl oder Verlust des bisherigen, Ummeldung auf ein Wunschkennzeichen, Ummeldung auf ein Kennzeichen für Oldtimer oder Elektrofahrzeuge, Namensänderung des Halters z.B. auf Grund von Heirat, Änderung bestimmter technischer Daten (z.B. Tuning).


Was muss ich bei der Fahrt zur Kfz Zulassung beachten?

Zulassungsfahrten sind Fahrten zur Zulassungsstelle, um Ihr Auto anmelden zu können. Zudem zählen auch Fahrten zur Hauptuntersuchung oder zur Sicherheitsprüfung dazu. Dabei muss allerdings das von der Zulassungsstelle vorab zugeteilte Kennzeichen am Fahrzeug angebracht sein. „Vorab“ bedeutet hier, dass der Fahrzeughalter zur Zulassungsstelle muss, damit ihm dort ein Kennzeichen zugeteilt werden kann. Dies ist mittlerweile in der Regel auch online möglich.

Ein „altes“ am Fahrzeug angebrachtes Kennzeichen (z.B. nach Abmeldung des Fahrzeugs) ist dafür aber unzulässig! Fahrten ohne Kennzeichen sind nicht versichert, halten Sie sich also unbedingt an diesen Grundsatz! Das alleinige Mitführen einer eVB (elektronische Versicherungsbestätigung) ist ebenfalls nicht ausreichend. Zu beachten gilt, dass das Fahrzeug nur innerhalb des Zulassungsbezirks und eines angrenzenden Bezirks gefahren werden darf. Andernfalls ist ein Überführungskennzeichen/ Kurzzeitkennzeichen erforderlich. Die eVB-Nummer ist dabei jedoch dennoch stets mitzuführen. Sie dient gegenüber der Polizei als Nachweis des Vorliegens einer ausreichenden Haftpflichtversicherung.

Kfz Zulassung Unterlagen - Auto zulassen

Zu den Zulassungsfahrten zählen auch Rückfahrten von der Zulassungsstelle, nachdem das Fahrzeug dort abgemeldet worden ist. Das bisher zugeteilte Kennzeichen muss in diesen Fällen am Fahrzeug angebracht sein. Rückfahrten von der Kfz Zulassung mit ungestempeltem Kennzeichen sind am Tag der Abmeldung innerhalb ganz Deutschlands versichert.

Bei Saisonkennzeichen gibt es die Besonderheit, dass der Versicherungsschutz grundsätzlich auch außerhalb des Saisonzeitraumes also während der sog. „Ruheversicherung“ gilt. Daher können auch außerhalb der Saison Fahrten zur Hauptuntersuchung gemacht werden. Die Hauptuntersuchung darf aber auch im ersten Monat des nächsten Saisonzeitraums nachgeholt werden, falls die Untersuchung während des Ruhezeitraums ansteht.

Die grüne Karte – Braucht man diese noch?

Der Urlaub im Ausland mit dem eigenen Auto ist und bleibt eine der beliebtesten Urlaubsformen der Deutschen. Sei es der Wanderurlaub in Österreich oder der Strandurlaub in Italien, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Doch auch im Ausland ist natürlich, wie auch hier bei uns in Deutschland, eine Autoversicherung Pflicht. Zum Nachweis dieser dient seit vielen Jahren die so genannte Internationale Versicherungskarte, die die meisten wohl als grüne Karte kennen. Doch benötigt man die grüne Versicherungskarte in Zeiten der europäischen Union überhaupt noch zwingend? 


Was ist die grüne Versicherungskarte genau?

Zunächst heißt die grüne Versicherungskarte offiziell nicht so, sondern eigentlich "internationale Versicherungskarte für Kraftverkehr". Der umgangssprachliche Name leitet sich aus der Farbe der Karte ab. Doch was ist dies nun genau und warum sollte das irgendjemand dabei haben?

Grüne Versicherungskarte im Detail

Nun diese Frage ist schnell beantwortet. Die grüne Karte ist im Prinzip ein international einheitlicher Versicherungsnachweis. Sie dient also als Beleg dafür, dass Ihr Fahrzeug haftpflichtversichert ist. Somit müssen Sie sich nicht in jedem Land, das Sie mit Ihrem Auto bereisen, eine separate Autoversicherung abschließen. In manchen Ländern können Sie daher auch heute noch zum Vorzeigen bei einer Verkehrskontrolle aufgefordert werden.

Und wo bekommt man die grüne Versicherungskarte nun her? Ausgestellt wird diese von Ihrem Versicherer und das vollkommen kostenfrei! In aller Regel bekommen Sie diese automatisch zusammen mit Ihrer Versicherungspolice. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie diese über Ihren Vertreter oder über die Gesellschaft direkt anfordern. Gültig ist diese meist für 3 oder 5 Jahre, abhängig von der Gesellschaft. Sollten Sie den Nachweis doch einmal verlieren, können Sie jederzeit eine neue Karte anfordern. Auch diese ist stets kostenfrei.


Ist die grüne Karte Pflicht?

Nachdem neben den Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft auch einige andere Länder ein sog. „Kennzeichenabkommen“ (1974) vereinbart haben, ist die internationale Versicherungskarte prinzipiell seit Jahren weitgehend überflüssig geworden. Laut diesem Abkommen wird das amtliche Kennzeichen des Fahrzeugs als alleiniger Nachweis der Kfz-Haftpflichtversicherung anerkannt. Das gilt sowohl für die Einreise in das jeweilige Land als auch bei Schadensfällen. Daher ist das Mitführen der Grünen Karte in diesen Ländern nicht mehr zwingend erforderlich. Auch in der Schweiz ist dies seit vielen Jahrzehnten nicht mehr erforderlich. Auch in Norwegen, Andorra, Monaco, und selbst Island genügt das europäische Nummernschild.

Die Grüne Karte wird jedoch noch in wenigen ausländischen Staaten vorgeschrieben. Dies sind nach aktuellem Stand: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Moldawien, Serbien, Montenegro, Ukraine, Türkei, Weißrussland und Russland. In Italien ist das Mitführen ebenfalls empfehlenswert, da Sie hier bei einer Polizeikontrolle gerne einmal zum Vorzeigen der grünen Versicherungskarte aufgefordert werden.

Es gibt zudem auch Länder, in denen die Grüne Karte überhaupt nicht anerkannt wird bzw. diese nicht gilt: Kosovo, Aserbaidschan, Israel, Iran, Marokko und Tunesien. Bei der Einreise in diese Länder ist der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung vor Ort (sog. „Grenzpolicen“) erforderlich. Sofern eine Grüne Karte erforderlich ist, ist deren Gültigkeit in der Regel auf 5 Jahre befristet. Die Gültigkeitsdauer ist auf der Grünen Karte aufgedruckt.

Steht ein Urlaub im Ausland in naher Zukunft an und Sie sind sich nicht hundertprozentig sicher, ob dort eine internationale Versicherungskarte vorgeschrieben ist, dann möchte ich Ihnen empfehlen sich im Vorfeld bei Ihrerem Versicherer hierüber zu informieren. Dieser kann Ihnen hier nicht nur zuverlässig Auskunft geben, sondern Ihnen gleich ein Exemplar kostenfrei zukommen lassen, falls es benötigt wird. Falls dies der Fall ist, sollten Sie die grüne Karte während des gesamten Aufenthalts in Ihrem Fahrzeug lassen. Es kann nämlich bei einer Polizeikontrolle häufig vorkommen, dass Sie diese vorzeigen müssen.

Führen Sie die Internationale Versicherungskarte dennoch mit

Auch wenn das Mitführen einer grünen Karten in den allermeisten europäischen Staaten nicht mehr zwingend notwendig ist, ist es dennoch empfehlenswert. Warum dies in meinen Augen so ist, möchte ich Ihnen noch kurz näher bringen.

Haben sie im Ausland einen Verkehrsunfall erlitten, kann die grüne Versicherungskarte sehr hilfreich sein, unabhängig davon wer am Unfall schuld ist. Die Schadensabwicklung ist hierdurch nämlich vereinfacht, vor allem wenn Sie zudem noch einen Unfallbericht in der Landessprache mitführen. Auf der grünen Karte finden Sie weiterhin viele wichtige und hilfreiche Adressen und Telefonnummern, die Ihnen bei einem Unfall ungemein helfen können. 

Internationale Versicherungskarte - Ist die grüne Karte Pflicht?

Der wohl überzeugendste Grund ist aber vermutlich dennoch die Tatsache, dass Ihnen die internationale Versicherungskarte ja nichts kostet. Sie bekommen diese kostenlos vom Versicherer zugeschickt. Legen Sie diese einfach in Ihr Handschuhfach. Kommt es nun dennoch einmal dazu, dass Sie diese Vorzeigen sollen oder zu einem Unfall (was ich natürlich nicht hoffen will) sind Sie bestimmt froh diese dabei zu haben.