Pflegezusatzversicherung – Sinnvoll oder nicht?

Pflegezusatzversicherung – Sinnvoll oder nicht?

Bestimmt kennen auch Sie es aus Ihrem Familien- oder Bekanntenkreis, welch enorme Kosten auf Pflegebedürftige selbst oder auch auf Ihre Kinder zu kommen können. Leider übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der bei der häuslichen oder stationären Pflege entstehenden Belastungen. Die Differenz von teils bis zu 1500 € muss aus eigener Tasche bezahlt werden. Eine private Versicherung schafft hier Abhilfe und verhindert, dass Sie im Fall der Fälle in finanzielle Schwierigkeiten kommen oder gar Ihre Kinder belastet werden. Nutzen Sie unseren Tarifrechner, um den private Pflegeversicherung Beitrag berechnen und vergleichen zu können. Ist eine private Pflegezusatzversicherung sinnvoll für Sie und welche Leistungen bzw. welches Pflegegeld wird gewährt?


Private Pflegeversicherung - Was ist das?

Durch die gestiegene Lebenserwartung und die bessere medizinische Versorgung sind im Alter immer mehr Menschen auf professionelle Pflege angewiesen. Sowohl zu Hause als auch im Pflegeheim. Eine gute Versorgung ist allerdings immer mit beträchtlichen Kosten verbunden, für die die gesetzliche Pflegeversicherung leider nur zu einem Teil aufkommt. Für den Differenzbetrag muss man aus eigener Tasche aufkommen. 

Die kann je nach Schweregrad der Pflegebedürftigkeit von wenigen Hunderteuro bis hin zu 1.500 € im Monat reichen oder diese Summen sogar noch übersteigen. Dies kann schnell die eigenen Einnahmen aus der Rente oder aus Kapitalerträgen übersteigen und so die Ersparnisse mit der Zeit aufbrauchen. Kann man selbst die Kosten nicht mehr tragen, können auch die eigenen Kinder im Rahmen des Elternunterhalts zur Kasse gebeten werden. Die enorm hohen Kosten setzen sich hier unter anderem aus den Aufwendungen für das betreuende Pflegepersonal, benötigte Hilfsmittel oder entsprechende Einrichtung zusammen.

Pflegeversicherung Leistungen - Pflegezusatzversicherung sinnvoll?

Mit einer privaten Pflegeversicherung sichern Sie sich im Fall der Fälle adäquat ab und schließen so die Finanzierungslücke. Zum Teil können Sie diesen Schutz auch staatlich durch den sogenannten Pflege-Bahr subventionieren lassen. Mehr dazu lesen Sie weiter unten. Bei einer privaten Pflegezusatzversicherung hat man grundsätzlich die Wahl aus drei verschiedenen Modellen, die jeweils natürlich ihre eigenen Vor-, wie auch Nachteile aufweisen, auf die ich im nächsten Abschnitt näher eingehen möchte. Folgende Typen können abgeschlossen werden:

  • Pflegekostenversicherung
  • Pflegetagesgeldversicherung
  • Pflegerentenversicherung

Pflegeversicherung Leistungen im Detail

Die drei möglichen Versicherungsarten unterscheiden sich nicht nur im zu zahlenden Versicherungsbeitrag sondern auch massiv in ihrem Leistungsumfang und in welcher Art und Weise Kosten erstattet werden bzw. Gelder fließen. Nachfolgend habe ich Ihnen die grundlegenden Unterschiede kurz und übersichtlich herausgearbeitet. 

Pflegekostenversicherung

Pflegetagesgeldversicherung

Pflegerentenversicherung


Pflegeversicherung Beitrag berechnen

Doch wie setzt sich nun der Pflegeversicherungs Beitrag zusammen und wie kann man diesen aktiv beeinflussen? Nun dieser richtet sich wie bei den meisten Versicherungen nach dem Umfang der vereinbarten Leistung. Je höher Sie beispielsweise das Pflegetagesgeld wählen, desto höher fällt natürlich auch der jährliche Beitrag aus. Doch wie Sie im nächsten Abschnitt noch lesen werden, sollten Sie hier nicht zu sehr sparen, um nicht im Fall der Fälle dennoch in finanzielle Bedrängnis zu geraten. Darüber hinaus ist natürlich auch das Alter und damit die Wahrscheinlichkeit einer potentiellen Pflegebedürftigkeit entscheidend, handeln Sie daher unbedingt frühzeitig. Je früher, desto günstiger fallen die Konditionen aus. Weiterhin können Sie auch staatliche Förderungen in Anspruch nehmen. Wie das geht und welche Voraussetzungen dafür zu erfüllen sind, erfahren Sie ebenfalls im nächsten Abschnitt.

Mit dem nachfolgenden Rechner von Tarifcheck24.de*, können Sie unter Berücksichtigung Ihrer Gegebenheiten verschiedene Leistungsumfänge und Optionen durchspielen und sich den entsprechenden Pflegeversicherung Beitrag berechnen lassen. Und das schnell und einfach. Vergleichen Sie so komfortabel die Angebote zahlreicher unterschiedlicher Versicherer und finden Sie so die für Sie perfekte Versicherung.


Private Pflegezusatzversicherung - Beachten Sie dies!

Wie angekündigt, möchte ich Ihnen nun noch die aus meinen Augen wichtigsten Dinge ans Herz legen, die es bei dem Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung zu beachten gibt, um sich optimal abzusichern und nicht trotz Versicherung im Ernstfall mit heruntergelassener Hose dazustehen.

Berücksichtigen Sie hauptsächlich Ihre finanzielle Situation beim Pflegegeld

Nun wie bereits angemerkt, hängt der Beitrag stark von der vereinbarten Versicherungssumme, also zum Beispiel von der Höhe der Pflegerente oder des Pflegetagegelds. Hier ist es wichtig, das Pflegegeld nicht zu niedrig zu wählen, auch wenn man vielleicht die monatlichen Beiträge so gering wie möglich halten möchte. Im schlimmsten Fall reicht dann das Pflegetagegeld nicht aus, um die Kosten für das Pflegeheim oder die Pflege zu Hause zu bewältigen. Um zu entscheiden wie hoch die Summe sein muss, muss man seine eigene finanzielle Situation mit in die Rechnung einbeziehen und beachten. Geht man beispielsweise von einem monatlichen Eigenanteil von rund 1500 - 2000 € für die stationäre Pflege aus, was durchaus realistisch angesetzt ist, so muss sicher gestellt sein, dass die private Pflegeversicherung die Differenz aus den Kosten und Ihren Einkünften aus Ihrer Rente und möglichen Kapitalerträgen (Dividenden usw.) deckt. Ansonsten wird nach und nach das Ersparte aufgebraucht.

Denken Sie bereits in jungen Jahren an eine Absicherung fürs Alter

Wie oben angemerkt, hängt der Beitrag nicht unerheblich vom Alter bei der Antragstellung ab. Überlegen Sie daher schon in jungen Jahren, idealerweise schon mit Mitte 20 an den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung. Auf diese Weise sind die monatlichen Beiträge wirklich überschaubar und deutlich geringer als beim Abschluss im fortgeschrittenen Lebensalter. Und Pflegebedürftig kann man ja schließlich auch schon als junger Erwachsener werden, auch wenn dies natürlich eher unwahrscheinlich ist.

Beim Abschluss der Pflegeversicherung werden Ihnen Fragen zu Ihrer gesundheitlichen Verfassung gestellt werden. Diese sollten Sie unbedingt wahrheitsgemäß und sorgfältig beantworten, da diese den Pflegeversicherung Beitrag beeinflussen. Im Zweifel zusammen mit Ihrem Hausarzt. Beantwortet man die Fragen nicht ehrlich und verschweigt unter Umständen schwerwiegende Krankheiten, setzt man unter Umständen seinen Versicherungsschutz aufs Spiel. Dies lohnt sich unter keinen Umständen und ist eine sehr schlechte Idee! Bei staatlich geförderten Versicherungen kommt es übrigens zu keiner vorherigen Prüfung.

Private Pflegeversicherung Beitrag berechnen

Haben Sie eine private Pflegeversicherung einmal abgeschlossen, sollten Sie diese nach Möglichkeit nicht mehr kündigen, da sich der Beitrag in erster Linie auch nach Ihrem Alter und der gesundheitlichen Situation beim Vertragsabschluss richtet. Kündigen Sie, verlieren Sie Ihren Versicherungsschutz und auch Ihren Anspruch auf den monatlichen Beitrag. Möchten Sie später wieder eine Pflegeversicherung abschließen, werden Sie sicher deutlich schlechtere Konditionen bekommen, vor allem dann, wenn Sie in der Zwischenzeit gesundheitliche Probleme hatten. Bei finanziellen Engpässen sollten Sie die Möglichkeit prüfen, die Beiträge eine Zeit lang zu reduzieren, bevor Sie eine Kündigung in Betracht ziehen.

Staatliche Förderung beachten - Der Pflege-Bahr

Sie können auch in Betracht ziehen die staatliche Förderung, auch als "Pflege-Bahr" bezeichnet in Anspruch zu nehmen. Hier zahlt der Staat jährlich 60 Euro zu, der eigene Beitrag lässt sich so natürlich reduzieren. Sie müssen allerdings selbst mindestens 10 Euro zahlen, um Anspruch zu erhalten. Abgelehnt kann man bei diesen Tarifen nicht werden, daher gibt es hier auch keine gesundheitliche Prüfung. Gefördert wird aber leider nur die Pflegetagegeldversicherung. Einschränkungen gibt es demnach doch. Bei diesen Tarifen wird Ihnen als Versicherter bei Pflegestufe mindestens 600 Euro im Monat gezahlt. Die Summen bei den Pflegestufen 1-4 sind entsprechend gestaffelt. Von 10 bis 40 % des vertraglich vereinbarten Pflegegeldes.


Private Pflegeversicherung sinnvoll?

Vielleicht stellen Sie sich auch die Frage, ob eine zusätzliche private Pflegeversicherung sinnvoll ist und ob man nicht durch die staatliche Versicherung schon ausreichend abgesichert ist. Nun wie so oft hängt dies wieder stark von den persönlichen Lebensumständen ab. Wichtig zu wissen ist, dass die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der entstehenden Kosten abdeckt, der Rest muss aus eigener Tasche bezahlt werden, bei stationärer Pflege ist dies je nach Standort rund 1500 - 2000 €. 

Wieviel die gesetzliche Versicherung abhängig von der Pflegestufe zahlt, erfahren Sie im nächsten Abschnitt ausführlicher. Wenn man über ein großes Privatvermögen verfügt, halte ich den Abschluss daher nicht für zwingend erforderlich, wenn auch dennoch sinnvoll. Für den Durchschnittsbürger ist ein Abschluss meiner Meinung nach aber auf jeden Fall empfehlenswert, da solche Summen nur von den wenigsten aufgebracht werden können. Mit einem überschaubaren jährlichen Beitrag sichert man sich fürs Alter die finanzielle Unabhängigkeit und verhindert, dass die eigenen Kinder zur Kasse gebeten werden.

Private Pflegeversicherung sinnvoll

Doch keine Sorge, ganz so schlimm wie oft angenommen wird, fällt die Belastung für die eigenen Kinder dann doch nicht aus. Der Staat gewährt hier aktuell noch recht freizügige Freibeträge. Für Alleinstehende beträgt dieser aktuell 1800 €. Hat man noch Kreditraten zu stemmen, beispielsweise fürs eigene Haus, fällt dieser sogar noch. Bei höheren Einkommen kann die finanzielle Belastung dann aber dennoch schmerzen.

Wie bereits angesprochen, sollten vor allem junge Menschen so fürs Alter oder mögliche Unfälle vorsorgen, da sie zum einen über weniger bis keine finanziellen Rücklagen verfügen und sich in jungen Jahren sehr attraktive Konditionen sichern können, die auch bestehen bleiben. Zuvor sollte man als junger Erwachsener aber schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Diese halte ich persönlich für noch wichtiger.


Das leistet die gesetzliche Pflegeversicherung?

Nachfolgend möchte ich Ihnen noch kurz aufzeigen, wieviel und in welchen Fällen die gesetzliche Pflegeversicherung leistet. Beachten Sie hier bitte, dass die Daten hier zum Zeitpunkt der Artikelerstellung nach besten Wissen und Gewissen zusammengetragen worden sind. Dies können sich natürlich im Laufe der Zeit ändern. Ich werde zwar versuchen die Zahlen aktuell zu halten, aber sicher kann dies mit zeitlicher Verzögerung passieren. Entschuldigen Sie daher bitte mögliche Abweichungen.

Private Pflegezusatzversicherung vs. gesetzliche Pflegeversicherung

Damit diese überhaupt wirksam wird, muss bei der Antragstellung nachgewiesen sein, dass Sie pflegebedürftig sind. Dies geschieht durch einen Gutachter, der den Umfang der Pflegebedürftigkeit einschätzt und bewertet. Dies geschieht durch die Abschätzung der Zeit, die für die Pflege, also z.B. zur Mobilität, Ernährung oder Körperhygiene benötigt wird, genauer gesagt erfolgt die Feststellung anhand von sechs Modulen nach einem Punktesystem. 

Weiterhin erörtert dieser ob die Pflege durch einen Angehörigen durchgeführt werden kann oder ob ein Pflegedienst von Nöten ist. 

Die Bewertung der Pflegebedürftigkeit erfolgt schließlich in die Einteilung in die fünf Pflegegrade. Abhängig vom Schweregrad staffelt sich auch das Pflegegeld durch die gesetzliche Versicherung. Diese sind gesetzlich festgeschrieben und decken wie gesagt nur einen Teil der entstehenden Kosten ab. Bei Härtefällen fällt der bezogene Betrag aber nochmal etwas höher aus.

Häusliche Pflegeleist.

Häusliche Sachleistung

Stationäre Pflege

Pflegegrad 1

125 €

Keine Leistung

125 €

Pflegegrad 2

316 €

689 €

770 €

Pflegegrad 3

545 €

1.298 €

1.262 €

Pflegegrad 4

728 €

1.612 €

1.775 €

Pflegegrad 5

901 €

1.995 €

2.005 €

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